VBE: Qualität geht bei Inklusion vor Schnelligkeit

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) NRW plädiert zum Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung (3. Dezember) für eine qualitativ hochwertige Umsetzung der Inklusion. "Das gemeinsame Lernen von behinderten und nicht-behinderten Kindern darf nicht übers Knie gebrochen werden", so der VBE-Vorsitzende Udo Beckmann.

30.11.2012 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband NRW

Die Umsetzung muss zügig kommen, dabei darf es aber keine Abstriche an der Qualität geben, macht Beckmann klar. "Inklusion darf nicht bedeuten, dass Sonderpädagogen aus den Förderschulen herausgenommen und diese personell ausgedünnt werden, um die von der Landesregierung geplanten Vorreiterschulen aufzubauen", sagt Beckmann. Förderschulen würden auch weiter gebraucht, wenn man das Wahlrecht der Eltern ernst nehmen will.

Beckmann macht erneut deutlich, dass ein inklusives System nicht weniger, sondern mehr Sonderpädagogen brauche. Zudem erfordere es kleinere Lerngruppen, um allen Kindern gerecht werden zu können. Eltern und Lehrer warteten zudem auf konkrete Umsetzungsvorschläge.

"Wer glaubt, gemeinsamer Unterricht sei mit 30 Kindern möglich, weiß nicht, welch besonderen Bedarf an Zuwendung diese Kinder haben und wie herausfordernd der Unterricht für Lehrkräfte ist." Deswegen fordert der VBE-Vorsitzende auch die durchgängige Doppelbesetzung in inklusiven Klassen mit einem Regelschullehrer und einem Sonderpädagogen. Nur so sei die individuelle Förderung aller Kinder möglich.

Die politisch Verantwortlichen hätten es außerdem versäumt, rechtzeitig für entsprechenden Lehrernachwuchs zu sorgen: "Seit der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention wissen die Verantwortlichen, dass die Inklusion kommt – aber es hat niemand rechtzeitig dafür gesorgt, dass die Unis den entsprechenden Bedarf auch wirklich ausbilden." Die geplante Nachqualifikation von Regelschullehrern sei zwar ein guter Schritt, so Beckmann, jedoch einer, der viel zu spät kommt und nicht nötig gewesen wäre, wenn das Land sich seiner Verantwortung früh genug bewusst gewesen wäre.


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden