VBE: Schulen brauchen eine auf einen längeren Zeitraum ausgerichtete Lehrerbedarfsstatistik
Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg vermisst für den Schulbereich eine verlässliche, stabile und für einen längeren Zeitraum ausgerichtete Lehrerbedarfsanalyse. Abgesehen von den menschlichen Schicksalen sei die Ausbildung von jungen Lehrkräften zu kostspielig, als dass man gute Pädagogen nach dem Referendariat arbeitslos auf die Straße schicken kann.
26.10.2007 Baden-Württemberg Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-WürttembergDer Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg vermisst für den Schulbereich eine verlässliche, stabile und für einen längeren Zeitraum ausgerichtete Lehrerbedarfsanalyse. Abgesehen von den menschlichen Schicksalen sei die Ausbildung von jungen Lehrkräften zu kostspielig, als dass man gute Pädagogen nach dem Referendariat arbeitslos auf die Straße schicken kann.
Steigen Schülerzahlen, sollen die Schulen das möglichst ohne zusätzliche Lehrerstunden lösen, sinken sie, werden postwendend Stellen gestrichen. Das zumindest sei häufig das Credo der Politiker, moniert VBE-Chef Rudolf Karg. Vor lauter Zahlenakrobatik bleibe da immer zuerst die Pädagogik auf der Strecke. Natürlich kosten Schulen Geld, dieses sei aber gut angelegt und eine wertvolle Investition in die Zukunft, versichert Karg und fordert für alle Schularten die Aufstellung einer professionellen Lehrerbedarfsprognose für jeweils ein Jahrzehnt. An den Schulen des Landes dürfe es nicht mehr weiter zugehen wie auf einem Großmarkt: mal Lehrerschwemme, mal Lehrermangel - je nach Saison oder Angebot und Nachfrage. Um eine halbwegs gesicherte Prognose erstellen zu können, sei zunächst eine ungeschminkte Bestandsaufnahme von Nöten. Die Schulen brauchen auf jeden Fall eine verlässliche Planungsperspektive.
Für alle bereits geborenen Kinder könne man schon jetzt den Bedarf an Lehrern ausrechnen, die erforderlich sind, wenn die Babys von heute in rund sechs Jahren eingeschult werden. Eine Zeitspanne, die man auch braucht, um einen Lehrer ordentlich auszubilden, rechnet Karg vor. Für eine solide Arbeit benötigten die Schulen Kontinuität und Stabilität in der Versorgung mit Lehrerstunden. Um die zu gewährleisten, müssten genügend Pädagogen ausgebildet und bei Eignung und Befähigung auch in den Schuldienst übernommen werden. Karg wünscht sich eine "Verstetigung" der Lehrereinstellung, die den Schulen gut täte. Für eine langfristige Lehrerbedarfsplanung sind nach Auffassung des VBE neben den Geburtenzahlen unter anderem folgende Faktoren zu berücksichtigen: Pensionierungen, Fehlzeiten durch zunehmende Erkrankungen, Fächerbedarf, Trends bei der Schullaufbahnwahl, Teilzeit und Beurlaubungen, Schulentwicklung, Intentionen der neuen Bildungspläne sowie die politisch gewollte deutliche Zunahme von Ganztagesschulen und Betreuungsangebote.
Keine Kommentare vorhanden