VBE: Schulen brechen auf und Lehrer zusammen
Es sei erschreckend, dass den Schulen immer mehr Aufgaben übertragen, den Lehrern im Gegenzug dafür aber keinerlei Entlastungen gewährt werden, schimpft Rudolf Karg, Chef des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE). Zwar brechen alle Schulen in ein neues Bildungszeitalter auf, aber immer mehr Lehrer dabei zusammen. Zu lange habe der Arbeits- und Gesundheitsschutz an den Schulen ein kümmerliches Schattendasein geführt.
13.10.2007 Baden-Württemberg Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-Württemberg"Wenn man die Veröffentlichungen in der letzten Zeit verfolgt, entsteht der Eindruck, als ob das System Schule ziemlich angeschlagen ist", stellt der VBE-Landesvorsitzende fest. Offensichtlich könne die Schule den gestiegenen Anforderungen der Gesellschaft und der Wirtschaft an sie nicht mehr voll genügen.
Gleichzeitig fehle die Bereitschaft, der kranken Schule eine "wirkungsvolle Medizin" zu verabreichen, denn die koste Geld. Mit magischen Beschwörungsformeln und Appellen an die Innovationskraft der Pädagogen sei es nicht mehr getan. Karg wörtlich: "Schulen brechen nicht nur auf, sondern auch zusammen."
Heizungen und Kopierer in den Schulen werden regelmäßig gewartet, damit sie einsatzbereit bleiben, um die Gesundheit der Lehrer mache man sich noch viel zu wenig Gedanken, moniert er. Immer wieder hat die Lehrergewerkschaft VBE gründliche wissenschaftliche Untersuchungen über die physischen und psychischen Belastungen der Lehrkräfte gefordert sowie eine verlässliche betriebsärztliche Begleitung. Viel zu wenig sei auf dem Gebiet des Arbeits- und Gesundheitsschutzes getan worden, beklagt der VBE-Chef. Wenn Gefährdungsbeurteilungen ohne sich anschließende wirkungsvolle Abhilfemaßnahmen durchgeführt werden, seien sie das Papier nicht wert, auf dem sie stehen. Das Kultusministerium habe zwar zaghaft mit seinen Hausaufgaben begonnen, sie aber noch lange nicht zu einem guten Ende gebracht, bemängelt der VBE. Dabei könnten vernünftige Arbeits- und Gesundheitsschutzmaßnahmen zu einer deutlichen Reduzierung krankheitsbedingter Fehlzeiten bei Lehrern führen. Lärm und psychischer Stress durch übervolle Klassen und deutlich mehr verhaltensauffällige Schüler belasten Pädagogen über Gebühr und machen auf Dauer krank. Der Begriff "Fürsorgepflicht des Dienstherrn" sei zwar wohlklingend, bisher jedoch noch eine ziemlich leere Worthülse, bemängelt VBE-Chef Karg.
Keine Kommentare vorhanden