VBE sieht wie die Arbeitgeberverbände in der neuen Werkrealschule eine Mogelpackung mit viel heißer Luft

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg sieht, wie Arbeitgeberverbandspräsident Dieter Hundt es heute schonungslos mit dem Wort "Mogelpackung" ausgedrückt hat, in der "neuen Werkrealschu­le" lediglich die alte Hauptschule mit Werkrealschule mit einem neuen Eti­kett. Das sieht mehr nach Ausverkauf vor Ablauf des Haltbarkeitsdatums aus als nach einem großen Wurf.

25.05.2009 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-Württemberg

Seit 15 Jahren führen die meisten aller Hauptschulen im Dienstsiegel die Be­zeichnung "Hauptschule mit Werkrealschule", auch wenn sie das zehnte Schul­jahr vor Ort nicht anbieten, sondern lediglich Zusatzunterricht ab der achten Klasse. Ab 2010 soll es nun nach dem Willen der Landesregierung die "neue" Werkrealschule geben, an der auch ein Hauptschulabschluss erworben werden kann. Das bedeutet, dass es künftig Hauptschulen, Hauptschulen mit Werkreal­schule und Werkrealschulen mit Hauptschule geben wird.

Eltern wird die ungeliebte "dritte" Schulart durch solche Wortspielereien nicht schmackhafter gemacht, selbst wenn das inhaltliche Konzept akzeptabel wäre.

Der Trend weg von der Hauptschule hin zur "echten" Realschule wird weiter anhalten, solange die Werkreal-Hauptschule von Eltern und Ausbildern nicht als echte Angebotsschule wahrgenommen und akzeptiert wird.

Während bei der seitherigen Hauptschule mit Werkrealschule sich positiv entwi­ckelnde Schüler die Chance bekamen, mit Zusatzunterricht durchzustarten, die zehnte Klasse "draufzusatteln" und dann dort den mittleren Abschluss zu schaf­fen, wird bei der neuen Werkrealschule das Scheitern der meisten Schüler und damit der Abgang bereits nach der neunten Klasse ohne mittlere Reife bewusst in Kauf genommen.

Während seither Schüler motiviert wurden, bei guten Leistungen weiter zu ma­chen, wird man in der neuen, auf sechs Jahre angelegten neuen Werkrealschule der Mehrzahl der Schüler nach lediglich fünf Schuljahren das Versagen beschei­nigen und sie mit dem Zeugnis der Hauptschule entlassen. "Eine bildungspoliti­sche Bankrotterklärung", empört sich der VBE-Sprecher.


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