VBE: Sonderpädagogische Förderung verbesserungswürdig

"Wer ein Schulsystem anstrebt, das nicht auf Abschulung und Auslese beruht, muss auch das Förderschulsystem mit in diese Diskussion einbeziehen", erklärt Udo Beckmann, Vorsitzender der Lehrergewerkschaft Verband Bildung und Erziehung (VBE NRW). "Auch hier muss es darum gehen, die besten Strukturen zu finden, um den Kindern gerecht zu werden."

29.07.2007 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband NRW

Bereits die erste PISA-Studie hat nachgewiesen, dass insbesondere die Förderschulen für Lernbehinderte Schulen sind, die fast ausschließlich von armen Kindern und Kindern mit Migrationshintergrund besucht werden.

"Das sollte zumindest nachdenklich stimmen", so Beckmann weiter. "Es kann kaum so sein, dass Kinder aus Familien mit geringem Einkommen oder Migrationshintergrund quasi von Geburt an weniger intelligent oder lernfähig sind als andere Kinder. Offensichtlich können aber die allgemeinbildenden Schulen des gegliederten Systems dieses Problem nicht auffangen."

Auch der derzeitige gemeinsame Unterricht gewährt trotz des großen Engagements der Lehrerinnen und Lehrer keine optimale Förderung aller Kinder, weil nicht ausreichend Personal dafür zur Verfügung steht. Die von der Landesregierung geplanten Kompetenzzentren können eine Chance sein, die sonderpädagogische Förderung zu verbessern. Insbesondere die Verstärkung des präventiven Ansatzes hält der VBE dabei für positiv. Verbesserungen sind aber nur zu erwarten, wenn die Kompetenzzentren entsprechend gut ausgestattet werden und den Schulen je nach Bedarf die Vertreter der unterschiedlichen Fachrichtungen der Sonderpädagogik zur Verfügung gestellt werden.

Der Blick nach Finnland zeigt, dass gemeinsamer Unterricht funktionieren kann. Dort werden auch Kinder mit Beeinträchtigungen im Regelschulsystem unterrichtet und ihren Bedürfnissen entsprechend gefördert.

"Die Diskussion über die Zukunft sonderpädagogischer Förderung muss vor dem Hintergrund einer Diskussion über eine Schulreform geführt werden", so Beckmann abschließend. "Der VBE wird sich dieser Diskussion nicht verschließen."


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