VBE: Vertrauen in staatliche Einrichtungen schwindet

Nicht nur der Ministerpräsident schickt seinen Sohn auf eine Privatschule. Immer mehr Eltern, die ein besonderes Interesse an der Bildung und Erzie­hung ihrer Kinder haben, lassen staatliche Einrichtungen links liegen und bevorzugen private Schulen. Der Verband Bildung und Erzie­hung (VBE) Baden-Württemberg sieht mit großer Sorge, dass öffentliche Schulen von vielen politisch Verantwortlichen nur noch als große Unkostenposten ange­sehen wer­den. "Wer jedoch wirklich gute Schulen haben will, muss auch gutes Geld dafür investieren", so VBE-Landeschef Rudolf Karg.

19.08.2007 Baden-Württemberg Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-Württemberg

Damit auch künftig gute und zeitgemäße Schularbeit geleistet werden könne, müs­s­­ten alle Schulen personell, räumlich und materiell deutlich besser ausge­stattet wer­den, fordert Karg. Fakt sei, dass Eltern die Bildung für ihre Kinder im­mer mehr privat einkaufen. Neben den vielen gut beleumundeten privaten Schulen schießen auch kommer­zielle und auf Profit ausgerichtete Nachhilfe­in­stitute wie Pilze aus dem Boden und übernehmen verstärkt unterrichtliche, also eigentlich staatliche Auf­gaben. "Ausreichende Stützkurse für Schwächere gibt es an den wenigs­ten Schulen im Land; Teilungsstunden bei übervollen Klassen kennen die meis­ten nur noch vom Hörensagen", beklagt der Verbandsvorsit­zende.

Bildungs­politik in Zeiten knapper Haushaltskassen dürfe nicht darauf hinaus­lau­fen, dass es an den Schulen lediglich Bildung "light" als Demoversion für alle gebe und sich finanziell bessergestellte Familien privat gegen Aufpreis die Voll­version mit allen not­wendigen Extras einkauften, warnt der VBE.

Im Bildungsbereich wird seit Jahren gespart: neben den fast schon regelmäßigen Unterrichtsausfällen sind übervolle Klassen bei schwieriger gewordenen Schü­lern mit viel zu wenig Stütz- und Fördermöglichkeiten für Leistungsschwächere bittere Realität. Der pervertierte Werbeslogan "Wir können alles - außer Bil­dung" dürfe kein Leitsatz werden für das an Bodenschätzen arme Bundesland, des­sen wichtigster Reichtum die Menschen seien, so Rudolf Karg.


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