VBE zur Grundschulempfehlung: "Die Leistungsfähigkeit der Schüler ist maßgebend, nicht deren Leidensfähigkeit!"
Die aktuelle Diskussion über die Grundschulempfehlung werde sehr emotional geführt, beklagt Rudolf Karg vom Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg. Eltern sind nach Erfahrung des VBE vor allem dann unzufrieden und fordern die Freigabe der Schulartenwahl, wenn die Grundschulempfehlung für ihr Kind ausschließlich den Besuch der Hauptschule zulässt. Trotzdem rät der VBE den Eltern, dieser von allen an der Klasse unterrichtenden Lehrern mit großer Sorgfalt erstellten Empfehlung Folge zu leisten, solange es die Trennung nach Klasse 4 noch gibt. Diese Lernprognose habe aber höchstens für zwei Jahre Gültigkeit.
18.01.2008 Baden-Württemberg Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-WürttembergManche Eltern erliegen der Gefahr, durch falschen Ehrgeiz Schulversager zu produzieren. Sie sollten sich, so Karg, nicht von eigenen Karriereträumen oder von einem am Abitur ausgerichteten Prestigedenken leiten lassen, sondern ausschließlich von der Begabung des Kindes und dessen schulischer Leistungsfähigkeit, und sich auf keinen Fall an dessen Leidensfähigkeit orientieren.
Ziel aller Bemühungen in der Grundschule dürfe nicht sein, dass das Kind in Klasse vier eine Bildungsempfehlung für das Gymnasium erhält, koste es, was es wolle. Nach Auffassung des VBE fängt der Mensch nicht erst beim Gymnasiasten an. Auch ist eine Bildungsempfehlung für das Gymnasium kein Garantieschein für ein bestandenes Abitur. Vor diesem "Traumziel" warten acht arbeitsintensive Schuljahre. In Baden-Württemberg gibt es unter dem Motto "Kein Abschluss ohne Anschluss" verschiedene anerkannte Wege zum Abitur - etwa über die beruflichen Gymnasien im Anschluss an eine mit guten Abschluss verlassene Realschule, Werkrealschule oder zweijährige Berufsfachschule.
Rudolf Karg: "Der direkte Weg zur Reifeprüfung über das allgemein bildende Gymnasium ist nicht für jedes Kind der beste, vor allem wenn der Schüler das Klassenziel stets nur mit Ach und Krach sowie mit ständiger Nachhilfe erreicht." Leistungsmäßig permanent überforderte Kinder seien frustriert, haben keine Freude am schulischen Lernen mehr und gefährden beim täglichen "Kleinkrieg" daheim wegen scheinbar unlösbarer Hausaufgaben oder katastrophaler Klassenarbeiten den Familienfrieden.
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