VBE zur Umfrage des Philologenverbandes
"Hier sind zum Teil Dinge abgefragt worden, die keine Partei in ihrem Programm hat", kommentiert der VBE-Vorsitzende Udo Beckmann die Umfrage des Philologenverbandes. "Die sechsjährige Grundschule ist beispielsweise nicht Thema der Debatte. Darüber hinaus will keine Partei gezielt Schulstandorte aufgeben. Der Philologenverband dagegen scheint im Kopf zumindest die Hauptschulen schon alle geschlossen zu haben, denn sie kommen in der Umfrage gar nicht mehr vor."
29.04.2010 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband NRWUnd was bitte ist eine "einheitliche Schule"? Was suggeriert man mit diesem Begriff? Dass alle zur gleichen Zeit gleich schnell das gleiche lernen sollen? Wenn das gemeint ist, ist den Auftraggebern der Umfrage dringend der Besuch einer Grundschule zu empfehlen. Dort könnten sie lernen, wie man die Begabungen und Talente unterschiedlicher Kinder entdeckt und fördert. Oder wollte der Philologenverband ausnahmsweise auf seinen alten Kampfbegriff "Einheitsschule" verzichten, weil die damit immer bewusst geschürten Assoziationen zum Schulsystem der DDR 20 Jahre nach dem Mauerfall nicht mehr ziehen?
Die vom Vorsitzenden des Philologenverbandes angesprochene Gemeinschaftsschule kann ja mit dem Begriff "einheitliche Schule" nicht gemeint sein, denn dieses Modell kennt unterschiedliche Varianten. Möglicherweise weiß der Philologenverband das ja nicht oder will es nicht wissen.
In der gestrigen Fernsehdebatte der Spitzenkandidatinnen und –kandidaten der Parteien wurde auch eine Umfrage zum Schulsystem vorgestellt. Sie war von einem anderen Institut erstellt worden und fragte ab, ob die repräsentativ ausgewählten Gäste der Sendung sich für das längere gemeinsame Lernen der Kinder aussprechen oder aber möchten, dass das Schulsystem so bleiben soll, wie es zurzeit ist. 59% plädierten für das gemeinsame Lernen und 39% für die Beibehaltung des Ist-Zustandes.
Beckmann: "Philologen beschäftigen sich ja mit Sprache. Deshalb ist dem Verband sicher bewusst, was er mit der Wahl bestimmter Begrifflichkeiten suggeriert."
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