VDR begrüßt Hochschulzugang für Realschulabsolventen

Mit dem von Bildungsministerin Doris Ahnen heute vorgestellten Eckpunkten der Fachoberschule als Oberstufe der Realschule plus wurde eine langjährige Forderung des Verbandes Deutscher Realschullehrer (VDR) erfüllt. Seit Jahren bemühe sich sein Verband um einen direkten Hochschulzugang für die Absolventen der Realschule, so VDR-Landesvorsitzender Bernd Karst. Der Erfolg und die Akzeptanz der neuen Schulart Realschule plus hänge ganz entscheidend von diesem Angebot ab.

09.07.2009 Pressemeldung Verband Reale Bildung

Zur Ausgestaltung der FOS hat der VDR dem Ministerium folgende Forderungen unterbreitet:

1. Einrichtung der FOS:

  • Die Fachoberschule muss an allen Standorten eingerichtet werden, an denen dauerhaft mit einer ausreichenden Zahl von qualifizierten Interessenten gerechnet werden kann.
  • Die Genehmigung der FOS an der Realschule plus darf nicht nach dem "Windhundprinzip" erfolgen.
  • Den Schulen muss bei Beantragung einer FOS ein Initiativrecht eingeräumt werden.

2. Ausgestaltung der FOS:

  • Mit der Entwicklung eines Konzepts in enger Kooperation zwischen Berufs- und Realschullehrkräften muss sofort begonnen werden. Lehrkräfte aus der Praxis müssen dabei beteiligt werden.
  • Eine Verzahnung von berufs- und allgemeinbildenden Inhalten bzw. von S I und S II im Rahmen der Wahlpflichtfächer muss Ziel der Struktur sein.
  • Die Leistungen der Schüler, die zur FOS zugelassen werden wollen, müssen den zu erwartenden Anforderungen entsprechen.

3. Fachschwerpunkte der FOS:

  • Bei der Ausgestaltung der Schwerpunkte sollten den Schulen eigene Gestaltungsspielräume ermöglicht werden, um regionale Aspekte besser berücksichtigen zu können.
  • Verwandte Bereiche sollten verbunden werden, z.B. Technik – Naturwissenschaft.

4. Lehrkräfte:

  • Programme für die berufsbegleitende Weiterbildung von Haupt- und Realschullehrkräften mit dem Ziel des Erwerbs der Lehrbefähigung für die Fachoberschule müssen angeboten werden. Lehrkräfte, die sich dieser Mühe unterziehen, müssen entlastet werden.
  • Die Qualifizierungsmaßnahmen müssen umgehend beginnen, damit zum Start 2011 ausreichend Lehrkräfte zur Verfügung stehen.
  • Bei Einsatz der Lehrkräfte in der S II müssen auch die Besoldung und der Umfang der Unterrichtsverpflichtung angepasst werden.

Hintergrund:

Mit der Fachoberschule an der Realschule plus wird ein zusätzlicher, attraktiver Weg geschaffen, um nach der 10. Klasse höhere Bildungsabschlüsse zu erreichen. Die Fachoberschule führt unter Einschluss eines gelenkten Praktikums in zwei Jahren zur Fachhochschulreife und ermöglicht so neben dem Übergang in eine berufliche Ausbildung den Zugang zur Fachhochschule. Wer will, kann über die Berufsoberschule II in einem weiteren Jahr die allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife erwerben. Die Realschule plus führt somit in 13 Schuljahren in Verbindung mit einer starken Berufsorientierung zu einem mit dem Gymnasium gleichwertigen Abitur. Selbstverständlich stehen den Schülerinnen und Schülern der Realschule plus nach der 10. Klasse wie bisher alle weiteren Ausbildungswege offen: Berufsausbildung, Übergang in die gymnasiale Oberstufe oder die weiter- und höherqualifizierenden Angebote der berufsbildenden Schulen.

Quelle: Informationsschrift des Bildungsministeriums zur Realschule plus

Pressekontakt:

Wolfgang Häring, Pressereferent, Herm.-Mündler-Str. 28, 67227 Frankenthal Tel. 06233-42895, mail: Haering.Wolfgang@vdr-rlp.de

Ansprechpartner

Verband Reale Bildung

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