VERA 2006 - Ergebnisse der Vergleichsarbeiten zeigen Lehrern und Eltern Stärken und Schwächen der Kinder

Die Ergebnisse von VERA 2006 liegen vor. Die Vergleichsarbeiten in der Jahrgangsstufe 4 in den Fächern Deutsch und Mathematik wurden im September 2006 in fünf Ländern (BE, BB, HB, MV, RP) zum nunmehr 3. Mal geschrieben.

15.12.2006 Mecklenburg-Vorpommern Pressemeldung Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung Mecklenburg-Vorpommern

Obwohl die Teilnahme für die Schulen in Mecklenburg-Vorpommern in diesem Jahr freiwillig war, beteiligten sich 285 Klassen mit 6.148 Schülerinnen und Schülern. Davon gingen 101 Klassen mit 2.030 Schülerinnen und Schülern als zentrale Stichprobe in die Landeswertung ein.

"Die VERA-Ergebnisse geben wertvolle Hinweise für den Unterricht. Ich danke den Lehrerinnen und Lehrern für ihre Arbeit mit den Schülern und die Teilnahme an diesen Vergleichsarbeiten. Wir werten die Ergebnisse gemeinsam mit den Lehrkräften aus und möchten die Lehrerinnen und Lehrer in ihrer kontinuierlichen Unterrichtstätigkeit begleiten und unterstützen", so Bildungsminister Henry Tesch.

Die Lehrkräfte in MV haben hohe Erwartungen an die detaillierte Auswertung der Ergebnisse der Vergleichsarbeiten. Die Vergleichsarbeiten sind ein Instrument zur Feststellung von Leistungen der Schülerinnen und Schüler in ausgewählten Bereichen.

Sie unterstützen die Arbeit der jeweiligen Schule, den Unterricht in den einzelnen Klassen und geben sowohl den Kindern als auch deren Eltern in diesen ausgewählten Bereichen eine Rückmeldung.

Der Test beinhaltete in diesem Jahr

  • im Fach Deutsch Aufgaben aus den Inhaltsbereichen "Lesen" und "Sprache untersuchen" und
  • im Fach Mathematik aus den Inhaltsbereichen "Zahlen und Operationen" und "Größen und Messen".

In beiden Fächern dauerte der Test 50 Minuten.

Nachdem zum Schuljahr 2005/2006 die Bildungsstandards der KMK für die Grundschule in Kraft gesetzt wurden, wird im Rahmen von VERA die Umsetzung dieser Standards in den Schulen überprüft. Dies hat ein verändertes Anforderungsniveau für den Test 2006 zur Folge. Deshalb ist ein Vergleich der diesjährigen Ergebnisse zu den Vorjahren nicht möglich.

Die Ergebnisse werden in drei Fähigkeitsniveaus abgebildet: Niveau 1 grundlegende Fähigkeiten, Niveau 2 erweiterte Fähigkeiten und Niveau 3 fortgeschrittene Fähigkeiten. Nicht auswertbare Leistungen sind z. B. nicht lesbare Lösungen.

Mathematik

Angaben bezogen auf die zentrale Stichprobe

Nicht auswertbar Fähigkeitsniveau I Fähigkeitsniveau II Fähigkeitsniveau III
Zahlen und Operationen 1.0% 24.1% 48.0% 26.8%
Größen und Messen 0.5% 29.2% 48.5% 21.7%



Die Auswertung der Zentralstichprobe 2006 hat gezeigt, dass die Kinder in MV mit natürlichen Zahlen sowohl mündlich als auch schriftlich rechnen können.

Aber auch die Viertklässler dieses Jahrgangs haben Schwierigkeiten, Sachaufgaben zu lösen, Angaben zur Zeitdauer zu berechnen und Größen zu schätzen. Immerhin ein gutes Viertel der Viertklässler kann theoretisch anspruchsvolle Aufgaben lösen, die in dieser Form nicht Inhalt der Grundschulmathematik sind.

Deutsch

Angaben bezogen auf die zentrale Stichprobe

Nicht auswertbar Fähigkeitsniveau I Fähigkeitsniveau II Fähigkeitsniveau III
Lesen 4.3% 38.1% 34.4% 23.2%
Sprache untersuchen 2.5% 12.7% 46.1% 38.6%



Die Kinder in unserem Land können

  • wörtlich vorgegebene Detailinformationen in einfachen Zusammenhängen auffinden und wiedergeben, auch wenn sie über den Text verteilt sind,
  • auf der Basis von Einzelinformationen aus dem Text oder zugehörigen Bildern nahe liegende Schlüsse ziehen,
  • angeben, wie sie einzelne Stellen im Text verstehen.

Das beweisen auch die positiven Ergebnisse im Bereich "Sprache untersuchen".

Die Ergebnisse weisen aber darauf hin, dass es vielen Kindern schwer fällt, Informationen aus unterschiedlichen Texten zu verknüpfen, ihre Meinung zu vorgegebenen Aussagen schriftlich zu formulieren und insbesondere zu begründen. Dies betrifft etwa 42% der Kinder.

Solche Aufgaben wurden von ihnen häufig nicht bearbeitet, sodass wir nicht eindeutig beurteilen können, was für die Kinder wirklich problematisch war.

Im Unterricht müssen die Grundschulkinder vermehrt Möglichkeiten erhalten, sich mit verschiedenen Textformen (Geschichten, Sachtexte, Tabellen, Diagramme, Bilder) zu befassen, aus diesen gezielt Informationen zu entnehmen und zu einer schlussfolgernden Aussage zusammenzufassen. Dabei ist es wichtig, ihre außerschulischen Erfahrungen einzubringen. Dies wird Gegenstand der Fortbildung für Lehrkräfte sein.

Im Inhaltsbereich "Sprache untersuchen" zeigt sich, dass die Kinder Sicherheiten haben Wörter Wortarten zuzuordnen, Satzstrukturen zu erkennen und richtig zu schreiben (84.7%). Nur elementare Fähigkeiten weisen 15.3% der Kinder in diesem Inhaltsbereich nach. Diese Kinder müssen im Unterricht besonders gefördert werden.

Der Schwerpunkt der Arbeit in MV wird auch weiterhin auf den Teilbereichen Lesen und Sachrechnen liegen. Hier gibt es nach wie vor einen zu großen Anteil von Schülerinnen und Schülern mit nur elementaren und grundlegenden Fähigkeiten.

Um bessere Ergebnisse zu erzielen, die Schülerinnen und Schüler sozusagen besser auszustatten, wird das L.I.S.A. in Zusammenarbeit mit den VERA-Koordinatoren der Schulamtsbereiche schulbezogene Testauswertungen und dazu passende Fortbildungen anbieten.


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