Verbieten ist keine Lösung

Das erneut ins Gespräch gebrachte Verbot so genannter Killerspiele hält der Bayerische Elternverband für populistisch und wenig effektiv. Gewaltverherrlichende Spiele seien längst verboten. Wer sie spielen will, beschaffe sie sich trotzdem. Nur ein weltweites Herstellungsverbot könne verhindern, dass Kinder und Jugendliche an solche Spiele herankommen, doch ein solches werde es nicht geben.

09.01.2007 Bayern Pressemeldung Bayerischer Elternverband

Das Beispiel Emsdetten zeige, sagte Isabell Zacharias, die Landesvorsitzende des BEV, wie reflexhaft Politiker reagieren. "Ein junger Mann schießt auf Menschen. Der Täter hat Counterstrike gespielt, also wird Counterstrike zum Killerspiel erklärt, das man verbieten muss. Das ist populistisch, und gefährlich ist es außerdem, denn wer Verbote fordert, scheint zu handeln und braucht sich nicht mehr ernsthaft mit Ursachen zu befassen."

Die Tat vom Emsdetten sei keineswegs ein Amoklauf gewesen, sondern habe sich lange vorher angekündigt. Allenfalls Fachleute wie Sozialpädagogen oder Schulpsychologen wären in der Lage gewesen, den Täter rechtzeitig von seinem Vorhaben abzubringen. Die Schulen mit diesen Fachleuten auszustatten, sei allerdings aufwändiger, teurer und weniger medienwirksam als die Forderung nach einem Killerspielverbot.

Wenig effektiv findet der BEV auch die Aufklärungsveranstaltungen für Eltern. Elterninfoabende zu neuen Medien seien zu theoretisch. Die Referenten seien entweder davon überzeugt, dass gewalthaltige Spiele aggressiv machen, oder sie glaubten das Gegenteil und untermauerten das jeweils mit der passenden Studie. Den Eltern würde es mehr nützen, wenn sie wüssten, warum solche Spiele die Jugendlichen fesseln, doch davon sei bei Infoabenden nie die Rede. Gerade das müssten sie aber wissen, wenn sie Einfluss auf ihre Kinder nehmen wollten.


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