Versetzung per Gerichtsbeschluss?

Eltern und Kinder haben Rechte, auch wenn die Leistungen in der Schule zu wünschen übrig lassen oder gar die Nichtversetzung droht: Was können Schüler und Eltern gegen scheinbar falsche Beurteilungen unternehmen? Welche Vorgehensweisen sollten sie beachten und lohnt der Weg zum Gericht? Und welche Beurteilungsspielräume haben Lehrer? Das wollte Perspektive: Bildung von dem Lehrer und promovierten Juristen Dr. Günther Hoegg wissen. Eine kurze Checkliste zeigt außerdem auf, welche Schritte Eltern unternehmen können.

28.06.2010 Pressemeldung Cornelsen Verlag GmbH

Zunächst müssen Eltern bei der Schule einen begründeten Widerspruch einlegen, erklärt Hoegg. Etwa zu klären ob "weniger Arbeiten geschrieben wurden, als vorgeschrieben. Oder dass die gute mündliche Beteiligung nicht in die Note eingeflossen ist, weil der Lehrer die schriftliche Leistung unzulässig mit 90 Prozent gewichtet hat." Mit einer sogenannten "Abhilfeprüfung" muss die Schule dann die Note überprüfen. "In etwa der Hälfte der Fälle haben Schüler und Eltern nach dem Widerspruch Erfolg", so Hoegg.

Anders sieht es allerdings aus, wenn der Widerspruch abgelehnt und der Instanzenweg beschritten wird, weiß der Schulrechtsexperte. "Vor Gericht sind die Chancen geringer, denn wenn auch die vorgesetzte Schulbehörde den Fall überprüft und bestätigt hat, dann ist die Entscheidung quasi fehlerfrei", weiß der Schulexperte.

Auf jeden Fall rät Hoegg den Eltern, gleichzeitig mit dem Widerspruch einen ´vorläufigen Rechtsschutz` zu beantragen. "Das bedeutet, der Schüler wird - unter Vorbehalt - in die nächste Klassenstufe versetzt und bleibt dort, bis die gesamte Angelegenheit geklärt ist." Eltern sollten sich aber auch darüber im Klaren sein, dass die Notenfindung kein rein mathematischer Prozess ist, "weil auch pädagogische Erwägungen mit einfließen können und sollen."

Grundsätzlich sei es ohnehin besser, wenn sich Eltern bereits bei den ersten Fünfen in Klassenarbeiten mit der Schule in Verbindung setzten, um rechtzeitig gegensteuern zu können. "Allerdings müssen die Schüler auch dafür ernsthaft arbeiten und die Eltern müssen die Schule dabei unterstützen. Den guten Schulabschluss gibt es eben nicht zum Nulltarif."

Lesen Sie das komplette Interview mit dem Schulrechtsexperten auf www.bildungsklick.de/perspektive-bildung Das Projekt Perspektive: Bildung will den öffentlichen Diskurs über Bildung in Deutschland fördern. Schule steht im Vordergrund dieses Forums. Perspektive: Bildung dokumentiert den Bildungsalltag ebenso wie aktuelle wissenschaftliche und bildungspolitische Diskussionen und Entwicklungen sowie herausragende Projekte und entwickelt Visionen vom Lernen in der Zukunft.

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