Studienleitung

Wer gute Lehrkräfte haben will, braucht motivierte Ausbilder

(red/pm) Primär bilden die Studienleiter des IQSH (Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen in Schleswig-Holstein) junge Lehrkräfte aus. Vier Fünftel der Studienleiter sind Nebenamtler, also weiterhin im Schuldienst und nur ein geringer Anteil hauptamtlich, d.h. darüber hinaus in der Fortbildung eingesetzt und mit bildungspolitischen konzeptionellen Entwicklungen befasst.

03.11.2015 Pressemeldung Interessenvertretung der Lehrkräfte in Schleswig-Holstein

Seit November 2009 sieht eine Dienstvereinbarung zwischen dem Schulministerium und dem IQSH eine Arbeitszeitreglung für Studienleiter vor, dass deren Arbeitszeit in Pauschalen abgerechnet wird. Die Rahmenbedingungen dafür sollen sich nach dem Willen der Schulministerin Britta Ernst (SPD) nun ändern – sprich: verschlechtern.

Von einer Zwei-Tage-Woche in einem "Traumjob, der zudem mit bis zu 5300 Euro Grundgehalt (A16) sehr gut bezahlt" sei (shz, 28.10.´15) in diesem Zusammenhang zu berichten, verzerrt aus Sicht der Interessenvertretung der Lehrkräfte in Schleswig-Holstein (IVL) das Bild des "normalen" Studienleiters allerdings völlig. Diese Darstellung verfälsche grundlegend die Realität einer A12/13-besoldeten Lehrkraft, die meistens lediglich stundenweise ans IQSH abgeordnet ist.

"Anstatt jetzt nach der Verkürzung der Ausbildungsdauer im Referendariat von 2 auf 1,5 Jahre auch noch den Rotstift bei denen anzusetzen, die die Nachwuchslehrkräfte ausbilden sollen, damit man als Dienstherr möglichst ,gleichmäßig ungerecht´ gegenüber denen im reinen Schuldienst Tätigen erscheint, ist ein Irrweg", so die IVL-Landesvorsitzende Grete Rhenius. Der Hinweis, die Studienleiter sollten schneller fahren, um die nun vorgeschlagenen Zeitkontingente zu erwirtschaften, erzeugt bei allen Betroffenen angesichts des Zustandes der schleswig-holsteinischen Verkehrsinfrastruktur nur ungläubiges Kopfschütteln.

Rhenius: "Zudem wird die Bildungsqualität weiter leiden, wenn Studienleiter immer weniger Zeit zur Beratung der jungen Lehrkräfte haben. Stattdessen sollte die Ministerin sich so langsam einmal mit der Entlastung der Lehrkräfte im Land beschäftigen. Sonntagsreden, warme Worte und Alibi-Veranstaltungen, die bekräftigen, wie wichtig die Schulbildung doch sei, können viele Kolleginnen und Kollegen im Land schon lange nicht mehr hören."


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