"Wichtiger Meilenstein für Gesundheitserziehung"

Als "wichtigen Meilenstein für die Gesundheitserziehung" bezeichneten heute die bayerischen Staatsminister Siegfried Schneider, Dr. Otmar Bernhard und Josef Miller sowie Bundesernährungsminister Horst Seehofer den "Aktionstag zur Ernährung und Bewegung an Schulen" in Ingolstadt. "Wir haben mit diesem Aktionstag deutlich gemacht, dass wir uns der gemeinsamen Verantwortung für die Gesundheit der Menschen bewusst sind und unsere Möglichkeiten dazu nutzen", betonten die beteiligen Landes- und Bundesminister. Viele Organisationen und Beratungsstellen haben die Ministerien dabei aktiv unterstützt.

25.02.2008 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

"Gesunde Ernährung und mehr Bewegung sind für uns die Schlüssel zu mehr Gesundheit und Lebensqualität", unterstrichen die Minister. Mit der entsprechenden Erziehung müsse möglichst frühzeitig begonnen werden: in Kindergärten und in den Schulen. Deshalb hat Kultusminister Siegfried Schneider im vergangenen Sommer an 30 Grundschulen das Projekt ,Voll in Form` gestartet. Sein Ziel ist es, dass die Schülerinnen und Schüler an Grundschulen sich täglich mindestens 20 Minuten bewegen und immer gemeinsam ein gesundes Frühstück zubereiten und einnehmen. Die ersten Erfahrungen, betonte Minister Schneider, seien sehr erfreulich. "Die Lehrkräfte erweisen sich als sehr kreativ und finden die unterschiedlichsten Möglichkeiten, damit sich Kinder auch im Unterricht in Rechnen, Deutsch sowie Heimat- und Sachunterricht mehr bewegen." Für ihn steht fest: "Ich werde den Ansatz auf alle Grundschulen übertragen." Dabei sei auch ein enges Miteinander zwischen Grundschullehrkräften und Eltern zugunsten von gesunder Ernährung und mehr Bewegung vonnöten.

Bayerns Kultusminister und Bayerns Gesundheitsminister hatten bereits im Sommer 2007 mit Verantwortlichen von Eltern-, Lehrer- Hausmeisterverbänden sowie mit Repräsentanten von Gebietskörperschaften die "Bayerischen Empfehlungen zur Schulverpflegung" unterzeichnet. Darin verpflichten sich alle Beteiligten, mit gemeinsamem Engagement ein gesundes Essen und Trinken an Schulen voranzutreiben.
Hier knüpfte Gesundheitsminister Dr. Otmar Bernhard an: "Um Anbieter von Schulverpflegung, Lehrer, Eltern und Schüler noch weiter zu unterstützen richten wir eine 'Vernetzungsstelle Schulverpflegung' ein. Bund und Länder teilen sich die Kosten. Sie soll bereits zum neuen Schuljahr ihre Arbeit aufnehmen und helfen, beim Speisen- und Getränkeangebot Qualität und Geldbeutel, Gesundheit und Geschmack unter einen Hut zu bringen. Denn die Prägung von Ess- und Bewegungsmustern erweist sich oft als lebenslang stabil. Unsere Kinder brauchen neue Gewohnheiten, wie die Wasserflasche statt gezuckerter Getränke oder Obst statt Schokoriegel! Gesunde Schulverpflegung ist ein Muss!" Der gemeinsame Aktionstag von Bundesministerium und Staatsministerien ist laut Bernhard 'gelebte Prävention' und unterstreiche die Bedeutung des Themas.

Landwirtschaftsminister Josef Miller sprach sich dafür aus, Kinder und Jugendliche besser über heimische regionale Lebensmittel zu informieren. Die bayerische Küche biete jahreszeitlich bedingt eine große Vielfalt. "Wenn die junge Generation weiß, wo die Produkte herkommen und wie sie erzeugt werden, ist sie auch eher bereit, sich gesund zu ernähren", sagte der Minister. Gerade für die Bevölkerung in den Großstädten gebe es immer weniger Berührungspunkte zur Landwirtschaft und die von ihr erzeugten Lebensmittel. Er habe deshalb bereits im Juni 2004 das Projekt "Lernort Bauernhof" als einmaligen Lern-, Erfahrungs- und Erlebnisraum für Kinder und Jugendliche initiiert. Der Erfolg habe ihn selbst überrascht, die Nachfrage sei unverändert groß. Inzwischen gebe es 80 Erlebnisbäuerinnen und -bauern, die flächendeckend in ganz Bayern den Lernort Bauernhof als Betriebszweig anbieten. Die von den Kindern und Jugendlichen gesammelten Eindrücke und Erfahrungen beeinflussen nach den Worten des Ministers das Bewusstsein für den Wert der Lebensmittel und motivieren beim Essverhalten und bei Kaufentscheidungen.

Ziel des Aktionstages an der Berufsschule in Ingolstadt war es, bei den Schülerinnen und Schülern ein Bewusstsein für gesunde Ernährung und mehr Bewegung auszubilden und zu stärken. Organisationen und Einrichtungen hatten ebenfalls dargestellt, wie sie die Schulen, aber auch dem Elternhaus und den Kindern und Jugendlichen selbst als Partner auf diesem Weg zur Verfügung stellen. Anlass für diese Initiative war nicht zuletzt die Tatsache, dass bereits ein Zehntel der Kinder im Vorschulalter an Übergewicht und ein Teil der Kinder und Jugendliche an Typ-2-Diabetes leiden.

Der Aktionstag umfasste ein Fachgespräch mit Expertenpodium zum Thema "Gesunde Ernährung in Schulen". Dabei wurden auch die "Empfehlungen zur Schulverpflegung" der Bayerischen Staatsregierung und die "DGE-Qualitätsstandards in der Schulverpflegung" vorgestellt. Beim "Buffet der Regionen" bereiteten Schülerinnen und Schüler in einem Kochwettbewerb unter Anleitung von Starkoch Alexander Hermann gesunde, schmackhafte und preiswerte Schulgerichte zu.
Unter dem Motto "Was den Schulhof bewegt" richteten Schulen, Beratungs- und Verbraucherorganisationen eine Aktionsmeile aus. Insgesamt haben über 1.000 Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte und Experten an dem Aktionstag in Ingolstadt teilgenommen.


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