Wie sollen Lehrer bezahlt werden?

"Die Feststellung des Instituts der deutschen Wirtschaft, dass hohe Lehrergehälter alleine keine Garantie für gute PISA-Ergebnisse sind, ist richtig", kommentieren der VBE-Vorsitzende Udo Beckmann und der Vorsitzende des RLV NRW Ulrich Brambach die vom IW vorgelegten Vorschläge für eine Reform der Lehrerbezahlung. "Es lässt sich aber auch nicht belegen, dass alleine eine andere Form der Lehrerbezahlung in Deutschland zu besseren PISA-Ergebnissen führen würde."

11.11.2008 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband NRW

Zunächst muss festgehalten werden, dass die PISA-Studien selbst den Zusammenhang zwischen der Bezahlung der Lehrer und dem Kompetenzerwerb der Schülerinnen und Schüler nicht untersucht haben und auch an keiner Stelle herstellen. VBE und RLV befürchten, dass zum wiederholten Mal im Vorfeld der Veröffentlichung von PISA-Ergebnissen Zusammenhänge angedeutet und interpretiert werden, um Ziele zu bedienen, die längst in den Schubladen ruhen und lediglich öffentliche Vorurteile widerspiegeln.

"Wenn kommende Woche die Ergebnisse von PISA 2006-E veröffentlicht werden, werden uns wieder von allen Seiten Vorschläge ereilen, wie Verbesserungen möglich sind", befürchtet der VBE-Vorsitzende Udo Beckmann "Diese reichen dann wie immer von der individuellen Förderung über die Eigenverantwortlichkeit der einzelnen Schule bis zur Abschaffung des Beamtentums. Wir kennen inzwischen diese Szenarien und sehen keinen Sinn darin, weil es Strohfeuer sind."

Der Vorschlag des IW für ein leistungsgerechtes Vergütungssystem sieht zur Steuerung von Einsatz und Engagement der Lehrkräfte lediglich Zulagen vor. "Das widerspricht jedoch den Grundsätzen des Berufsbeamtentums, durch dieLehrerinnen und Lehrer zu vollem Einsatz verpflichtet sind", so Brambach.

Insgesamt sind sich VBEund RLV einig, dass es am besten wäre, wenn das Budget für leistungsorientierte Bezahlung genutzt würde, um ausreichende Beförderungsmöglichkeiten für alle Schulformen zu schaffen.

"Ein entscheidender Aspekt zur Verbesserung der Situation in den Schulen ist für uns eine Herabsetzung der Klassenfrequenz", so der RLV-Vorsitzende Ulrich Brambach. "Dies wird aber nicht in den Blick genommen, weil es Geld kosten würde."

Das Institut der deutschen Wirtschaft hat die vorgelegte Expertise im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) verfasst. Diese Initiative haben die Arbeitgeber Gesamtmetall mit dem Ziel ins Leben gerufen, in der Bevölkerung eine positive Stimmung für neoliberale "Reformen" zu schüren.

"Die Initiative versucht schon seit längerem, diese Vorstellungen auch auf die Bildungspolitik zu übertragen", kritisiert der VBE-Vorsitzende Udo Beckmann. "Die Bildungspolitik sollte sich dagegen verwahren. Die Arbeitgeber Gesamtmetall würden sich sicherlich auch gegen Steuerungsversuche aus Bildungsforschung oder Bildungspolitik verwahren."

Hinweis an die Redaktionen:
Für Rückfragen stehen Ihnen die Verbandsvorsitzenden Ulrich Brambach (RLV, Mobilnummer 0173/2524420) und Udo Beckmann (VBE, Mobilnummer 0170/2922590) zur Verfügung.


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