„Wir haben das Feedback gehört und werden darauf reagieren“
Die Teilnahme der AfD an der didacta 2025 sorgt für heftige Diskussionen. Bildungsgewerkschaften, Schüler:innen, Lehrkräfte und Bildungsorganisationen fordern den Ausschluss der Partei durch die Verantwortlichen. Bildungsklick sprach mit Dr. Norbert Völker, Geschäftsführer des Didacta Verbands, über die Sachlage.
12.02.2025 Bundesweit Artikel Stefany KrathBildungsklick: Herr Dr. Völker, es stößt auf großes Unverständnis, dass der AfD eine Plattform auf Europas größter Bildungsmesse geboten wird. Wie steht der Verband zu dieser Kritik?
Dr. Norbert Völker: Grundsätzlich können wir die Besorgnis gut nachvollziehen und nehmen die Bedenken sehr ernst. Politische Institutionen sind laut den bestehenden Teilnahmebedingungen als Aussteller zugelassen. Die Messe ist verpflichtet, die geltenden Zulassungskriterien neutral zu beachten und umzusetzen. Neben der AfD werden auch die CDU, die Grünen, Volt, Die Linke und die FDP mit einem Stand auf der didacta 2025 vertreten sein.
Wie bewerten Sie die Präsenz der AfD auf der didacta?
Wir haben die AfD nicht eingeladen! Ihre Programmatik steht in großen Teilen klar im Widerspruch zu einem demokratischen, pluralistischen Bildungssystem. Die zahlreichen Debattenbeiträge darüber bestärken uns darin, dass wir mit dem Motto der didacta 2025 „Demokratiebildung“ richtig liegen. Wir müssen dringend über gute Bildung sprechen und sie auf die politische Agenda setzen. In diesem Sinne werden wir als Bildungswirtschaft dafür sorgen, dass nicht ein einzelner Aussteller weiterhin die Debatte kapert. Die didacta bietet die einzigartige Chance, mit über 700 Ausstellern und einem großen Fachpublikum über innovative Bildungsangebote und die Stärkung unserer Demokratie zu diskutieren. Diese Chance sollten wir uns nicht entgehen lassen.
Hätte ein Ausschluss der AfD diese Haltung nicht wirkungsvoller postuliert?
Inhaltlich haben wir unsere Haltung zur AfD in den vergangenen Tagen mehrfach und unmissverständlich deutlich gemacht. Die bestehenden Zulassungsbedingungen sind jedoch eindeutig. Ein nachträglicher Ausschluss ist daher rechtlich nicht möglich.
Wie können Sie sicherstellen, dass von der AfD keine antidemokratischen oder diskriminierenden Inhalte auf der didacta 2025 verbreitet werden?
Alle organisatorischen Fragen liegen im Verantwortungsbereich der Messe Stuttgart, die für die gesamte Sicherheit und die Einhaltung der Bedingungen für alle Aussteller zuständig ist. Als Didacta Verband stehen wir im engen Austausch mit der Messe Stuttgart in ihrer Rolle als Veranstalter. Wir haben uns in den vergangenen Tagen zu all diesen Fragestellungen regelmäßig mit Hinweisen eingebracht.
Die nächste didacta findet 2026 in Köln statt. Wie gehen Sie in Zukunft mit solchen Situationen um?
Wir haben das Feedback aus der Bildungs-Community gehört und werden darauf reagieren. Dazu haben wir uns kurzfristig verbandsintern beraten und die Teilnahmebedingungen angepasst. Demnach sind im kommenden Jahr keine politischen Parteien als Aussteller zugelassen.
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