"Wir wollen: Wirtschaft für Schule in NRW"

Fünf nordrhein-westfälische Unternehmen aus Aachen, Kerpen, Krefeld, Nörvenich und Wuppertal erhielten heute von der Landesregierung den "Wir wollen: Wirtschaft für Schule in NRWUnternehmenspreis". Unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Jürgen Rüttgers wurde damit bereits zum zweiten Mal unternehmerisches Engagement an nordrhein-westfälischen Schulen gewürdigt. Die Auszeichnungen überreichten Wirtschaftsministerin Christa Thoben und die Ministerin für Schule und Weiterbildung Barbara Sommer in einer Feierstunde im Düsseldorfer Landtag.

27.11.2008 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen

Die diesjährige Wettbewerbsrunde stand unter dem Motto "Wir wollen: Fantasie. Gestaltungskraft. Einfallsreichtum. Kreativität macht Schule." Gesucht und gefunden wurden beispielhafte Projekte von Unternehmen und Schulen, in denen Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler, innovative und nachhaltige Problemlösungen in kreativen Prozessen entwickelten.

Große und kleine Unternehmen wurden prämiert

Aus rund 100 eingegangenen Bewerbungen und Vorschlägen ermittelte eine Expertenjury aus Vertreterinnen und Vertretern der Wirtschaft und der beteiligten Ministerien die Preisträger in vier nach Unternehmensgröße gestaffelten Kategorien. Bei den Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gewann die Strabag AG aus Nörvenich im Kreis Düren. Der Preis in der zweiten Kategorie (Unternehmen mit 250 bis 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter) ging an die Evonik Stockhausen GmbH in Krefeld. In der dritten Kategorie (Unternehmen mit 20 bis 250 Beschäftigten) setzte sich die Raumfabrik AG aus Wuppertal durch. Bei den Unternehmen mit bis zu 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gewann die E. Wienholdt Design aus Aachen. Zusätzlich vergab die Jury einen Ehrenpreis an den Maler- und Lackierermeister Theo Schorn aus Kerpen. Schorn arbeitet seit vielen Jahren eng mit der Realschule Kerpen zusammen und ermöglicht deren Schülerinnen und Schülern regelmäßig Bewerbungstrainings, Praktika und Betriebsbesichtigungen.

1.484 weiterführende Schulen haben Partner aus der Wirtschaft

Wirtschaftsministerin Thoben zeigte sich vom Engagement aller Preisträger begeistert und betonte die Wichtigkeit von Partnerschaften zwischen Schulen und Unternehmen: "63 Prozent der allgemeinbildenden weiterführenden Schulen in Nordrhein-Westfalen arbeiten bereits mit einem Wirtschaftsunternehmen zusammen. Das sind 1.484 Partnerschaften, in denen Schülerinnen und Schüler die Chancen und Perspektiven der Berufswelt kennen lernen. Mit dem ´Wir wollen: Wirtschaft für Schule in NRW-Unternehmenspreis´ würdigen wir das kreative Engagement der Unternehmen und wollen zu weiteren Kooperationen motivieren." Schulministerin Sommer betonte, dass Partnerschaften zwischen Schulen und Unternehmen die Förderung in der Schule sinnvoll ergänzen: "Die heute prämierten Partnerschaften tragen dazu bei, dass Schülerinnen und Schüler ihre besonderen Fähigkeiten erkennen und systematisch weiterentwickeln. Damit leistet die nordrhein-westfälische Wirtschaft einen wichtigen Beitrag zur individuellen Förderung an unseren Schulen. Unternehmen stehen Lehrerinnen und Lehrern im wichtigen Feld der Berufsorientierung mit Rat und Tat zur Seite."

Unterstützung durch Kammern und Arbeitgeberverbände

Mitgetragen wurde der "Wir wollen: Wirtschaft für Schule in NRW – Unternehmenspreis 2008" von den Kammern und den Arbeitgeberverbänden in Nordrhein-Westfalen. "Zahlreiche nordrhein-westfälische Unternehmen übernehmen jeden Tag gesamtgesellschaftliche Verantwortung, da sie sich an den Schulen einbringen und wertvolles Know-how an Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte weitergeben. Mit der heutigen Preisverleihung wird dieser löbliche Einsatz auf wunderbare Weise honoriert", sagte Dr. Hans-Jürgen Forst, Vorstand der Arbeitgeberverbände NRW. Franz-Josef Knieps, Präsident des Westdeutschen Handwerkskammertags zeigte sich besonders über die Vergabe des Ehrenpreises erfreut: "Die besondere Auszeichnung eines Maler- und Lackiererbetriebs zeigt deutlich, wie wertvoll und fruchtbar die Zusammenarbeit zwischen Handwerk und Schule sein kann. Von solchen Kooperationen profitieren beide Seiten: Die Betriebe lernen mögliche Auszubildende persönlich kennen, die Schülerinnen und Schüler erleben die Berufswelt hautnah und unverfälscht."

Der Unternehmenspreis 2008 ist Teil der Aktion "Wir wollen: Wirtschaft für Schule in NRW", die getragen wird durch das Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen, das Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein- Westfalen und der Stiftung Partner für Schule NRW mit Förderung von der Bertelmann AG und dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung. Mit der Aktion wird unternehmerisches Engagement an nordrheinwestfälischen Schulen gezielt gefördert.

Die Preisträger:

Ehrenpreisträger

Mit Kreativität und Liebe zum Handwerk
Maler- und Lackierermeister Theo Schorn, Kerpen-Türnich
Theo Schorn ist an der Realschule der Stadt Kerpen nicht mehr wegzudenken: bereits seit einem Jahr leitet der Malermeister dort eine wöchentliche Arbeitsgruppe und begeistert die Schülerinnen und Schüler für sein Handwerk. Gemeinsam mit Schorn gestalteten sie einen Flur ihres Schulgebäudes um und verzierten die Wand mit dem "Mega-Comic-Strip: Eine Wand der Liebe". Kreative Ideen und handwerklich-technisch anspruchsvolle Arbeit, sind auch beim nächsten Mal-Projekt gefragt, das Schorn aktuell gemeinsam mit den Jugendlichen plant. Sich für Themen und Aufgaben zu begeistern, sich für deren Umsetzung einzusetzen, Qualität zu entwickeln und sich selbst und die eigene Leistung zu bewerten, sind Grundkompetenzen, die der Malermeister den Jugendlichen langfristig vermitteln will. Er möchte sie nicht nur für das Handwerk begeistern, sondern sie sollen bei ihm für´s Leben lernen.

Preisträger Unternehmen kleiner als 20 Beschäftigte

Mit Nadel und Faden zur Teamfähigkeit
E. Wienholdt Design, Aachen
Gleich 22 verschiedene Berufe rund um eine Modenschau lernten die Schülerinnen und Schüler der Probst-Grüber-Schule in Stolberg dank dem Engagement von Erika Wienholdt kennen. Die Modedesignerin und Künstlerin hatte die Idee eines besonders vielseitigen Projekts. Mit ihrer Hilfe gelang es, den Schülerinnen und Schülern der Hauptschule einen vertieften und stark praxisorientierten Einblick in die Berufsbilder zu geben. Sie konnten aus verschiedenen Modulen wählen und sich so beispielsweise als Schneiderin oder Schneider, Bühnenbildner oder Bühnenbildnerin oder im Marketing für ihre eigene Modenschau probieren. Diese bildete den abschließenden Höhepunkt des Projektes. In allen Modulen wurden den Jugendlichen außerdem ihre erworbenen Fähigkeiten und Fertigkeiten durch ein Zertifikat bestätigt, das sich als Anlage für ein Bewerbungsschreiben eignet.

Preisträger Unternehmen 20 – 250 Beschäftigte

Mit Frühstück und Kultur im Rennen
Raumfabrik AG, Wuppertal
Indem sie den Austausch zwischen ihren Auszubildenden und den Schülerinnen und Schülern fördert, bringt die Handwerkerkooperation Raumfabrik AG Praxisnähe und Berufsorientierung an die Hauptschule in Katernberg. Im Bereich Ausbildung und Berufsvorbereitung unterstützt sie darüber hinaus auch die Lehrkräfte der Schule mit verschiedenen Angeboten. Hauptprojekt der Raumfabrik AG an der Hauptschule Katernberg ist das monatlich stattfindende "Azubi-Frühstück". Hier kommen in den Räumen des Unternehmens Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte der Hauptschule mit Auszubildenden sowie Praktikantinnen und Praktikanten der Raumfabrik-Betriebe zusammen, um sich auszutauschen. Außerdem arbeiteten Schule und Handwerkerkooperation auch im Rahmen der Wuppertaler Kulturaktion "Pinguinale" zusammen.

Preisträger Unternehmen 250 – 1.000 Beschäftigte

Mit kreativen Methoden Praxisnähe schaffen
Evonik Stockhausen, Krefeld
Mathematik und Naturwissenschaft in der Praxis bietet das Chemieunternehmen Evonik Stockhausen den Schülerinnen und Schülern der Freiherr- vom-Stein Realschule in Krefeld. Mit Untersuchungen und Experimenten führen Mitarbeiter des Unternehmens die Jugendlichen in chemische Prozesse und Produktherstellungen ein. Die Schülerinnen und Schüler können sprichwörtlich in den Töpfen rühren und so zum Beispiel Hautcremes oder Duschgel herstellen. In Zusammenarbeit mit der Presseabteilung entwarfen sie außerdem ein Projektposter und präsentierten die Kooperation von Evonik Stockhausen und ihrer Schule im Umweltbericht des Unternehmens. Die Zusammenarbeit besteht bereits seit 1997 und ermöglicht Schülerinnen und Schülern aus allen Jahrgängen der Freiherr-vom-Stein Realschule, die Berufsbilder in einem Chemieunternehmen kennen zu lernen.

Preisträger Unternehmen ab 1.000 Beschäftigte

Mit Theorie und Praxis eine Baustelle meistern
STRABAG AG, Nörvenich
Dass Mathematik mehr ist als graue Theorie, vermittelt die STRABAG AG mit ihrem Projekt "Mathematik auf der Baustelle". Schülerinnen und Schüler des zehnten Jahrgangs der Gemeinschaftshauptschule Gürzenich in Düren lehrt sie arbeitsspezifische Rechenwege, Verfahrenstechniken und vor allem, wo das Mathematische Wissen in der Praxis benötigt wird. Mit der Unterstützung eines Bauingenieurs des Unternehmens erarbeiten die Jugendlichen in einer realen Baustellensituation mathematische Zusammenhänge und Problemlösungen. Gelände aufmessen, maßstabsgerechtes Zeichnen, Kosten kalkulieren und kontrollieren, Flächenaufmaß herstellen oder Rechnungen erstellen sind mathematische Aufgaben, die regelmäßig auf einer Baustelle anfallen. Neben dem mathematischbautechnischen Engagement der STRABAG AG ist sie auch künstlerisch und im Bereich der Berufsorientierung mit den Jugendlichen aktiv.

Hinweis an die Redaktionen: Weitere Informationen zum Unternehmenspreis 2008 und Fotos mit Motiven aus der Projektarbeit der Preisträger und der Pressekonferenz können unter www.wir-wollen.nrw.de im Pressebereich abgerufen werden. Ab Freitagmittag stehen dort auch Bilder von der Preisverleihung zur Verfügung.


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