Wird der Senator handeln?

Die Pressemitteilung der Senatsbildungsverwaltung zur Studie ELEMENT war keine Glanzleistung. Statt offen und souverän mit kritischen Anmerkungen umzugehen, verfällt man in einem Stil, den Eltern sonst nur von überforderten Gesprächspartnern kennen.

23.04.2008 Berlin Pressemeldung Landeselternausschuss Berlin (LEA Berlin)

Wer Kritik an der 6-jährigen Grundschule übt, fordert nicht gleichzeitig deren Abschaffung (auch wenn das in diesen Tagen von einigen so verstanden wird), sondern deren Verbesserung.

Und der Senator? Wird er reagieren? Gehört es nicht zu seinem Auftrag, dafür zu sorgen, dass alle wertvollen Anlagen der Schülerinnen und Schüler von der Schule zur vollen Entfaltung gebracht werden und ihnen ein Höchstmaß an Urteilskraft, gründliches Wissen und Können vermittelt wird? Die Berliner Grundschule erfüllt diesen Auftrag im Prinzip, aber für einen Teil der Schüler und Schülerinnen ist nachweisbar das Gymnasium ab Klasse 5 besser. Handelt ein Senator verantwortungsvoll, wenn er über eine Tageszeitung erklärt, er sähe keine Notwenigkeit im weiteren Ausbau von Gymnasien ab Klasse 5? Unterschätzt er die Zahl derer, die infolge ihrer besonderen Begabungen Bildungsangebote benötigen, die derzeit nur von diesen Schulen geboten werden?

Senator Zöllner: "Die ELEMENT-Ergebnisse belegen, dass leistungsstarke Schülerinnen und Schüler in beiden Formen gut gefördert werden." Aber ELEMENT belegt auch, dass leistungsstarke Schülerinnen und Schüler höhere Leistungszuwächse in den Gymnasien ab Klasse 5 erreichen. Will der Senator mit seiner Deckelung der Schulplätze an diesen Schulen all die leistungsstarken Schüler benachteiligen, die heute wegen der zu geringen Kapazität keinen Platz finden? Ist das die neue Form der Gerechtigkeit?

Bleibt zu hoffen, dass aus einer armseligen Pressemitteilung eine glanzvolle Reaktion eines Bildungssenators erwächst.


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