Wissenschaftsminister Austermann ehrt junge Forscher

Zehn junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vertreten Schleswig-Holstein beim 43. Bundeswettbewerb von Jugend forscht. Die Landessieger wurden gestern in einer Feierstunde in Anwesenheit von Wissenschaftsminister Dietrich Austermann und Kiels Oberbürgermeisterin Angelika Volquartz ausgezeichnet. Insgesamt waren 68 Teilnehmer mit 36 Arbeiten beim Landeswettbewerb angetreten, der von der Technischen Fakultät der Universität Kiel und der Innovationsstiftung Schleswig-Holstein ausgerichtet wurde.

07.03.2008 Schleswig-Holstein Pressemeldung Stiftung Jugend forscht e.V.

Landessieger im Fachgebiet Chemie wurde Florian Niekiel vom Arboretum Baumpark in Ellerhoop. In seinem Projekt beschäftigte sich der Zivildienstleistende mit Capsaicin, dem Wirkstoff, der Chilischoten ihren scharfen Geschmack verleiht. Der 20-Jährige entwickelte ein neues Verfahren, durch das sich zu stark mit Chili gewürzte Gerichte nachträglich "entschärfen" lassen. Mit einer Untersuchung der Veränderungen des Golfstroms in den vergangenen 2300 Jahren siegte Daniela Cochoy (17) von der Freien Waldorfschule Kiel im Fachgebiet Geo- und Raumwissenschaften. Sie analysierte einen Sedimentkern, der vor der Küste von Spitzbergen entnommen wurde. Die Insel liegt an einem Ausläufer der Meeresströmung. Die Schülerin konnte unter anderem einen eindeutigen Anstieg der Wassertemperatur in den letzten rund 150 Jahren infolge der verstärkten Industrialisierung nachweisen.

Im Fachgebiet Mathematik/Informatik waren Jessica Fintzen (18) vom Elsensee-Gymnasium in Quickborn, Malte Lackmann (16) von der Klaus-Groth-Schule in Neumünster und Andreas Decker (18) von der Universität Bonn erfolgreich. In ihrem Siegerprojekt untersuchten sie die mathematischen Eigenschaften der sogenannten Ford-Kreise. Den ersten Preis im Fachgebiet Physik errangen Hendrik Raese (20) von der Universität Kiel und Michael To Vinh (19) von der Universität Tübingen. Die Studenten entwickelten ein umweltfreundliches und kostengünstiges System zur Wasseraufbereitung in Entwicklungsländern. Darüber hinaus können sie mit ihrer innovativen Anlage sehr viel mehr trinkbares Wasser erzeugen als bislang eingesetzte Systeme.

Im Fachgebiet Technik gab es gleich zwei siegreiche Projekte: Hendrik Kasperczyk (18), Florian Hamann (19) und Jan Schmidt (18) von der Hermann-Tast-Schule in Husum überzeugten mit ihrer Arbeit zu regenerativen Energien. Die jungen Forscher konstruierten eine Anlage, die mittels eines Parabolspiegels sowohl Warmwasser als auch Strom erzeugen kann. Alexander Willer (14) von der Klaus-Groth-Schule in Tornesch entwickelte einen Generator zur künstlichen Herstellung von Ozon. Der Stoff bietet aufgrund seiner oxidierenden Wirkung zahlreiche Verwendungsmöglichkeiten – etwa zur Bakterienbekämpfung oder zur Aufbereitung von Wasser.

Nach den Landeswettbewerben im März und April findet der 43. Bundeswettbewerb vom 22. bis 25. Mai 2008 in Bremerhaven statt. Das Finale wird gemeinsam ausgerichtet von der Stiftung Jugend forscht e. V. und dem Bundespaten 2008, den Unternehmensverbänden im Lande Bremen e. V., der Landesvereinigung der bremischen Arbeitgeberverbände.

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