Zeitzeugen des NS-Regimes besuchen sächsische Schulen

Sechs Zeitzeugen werden vom 8. bis 16. November an Schulen im Freistaat von ihren Erlebnissen in unterschiedlichen Haftstätten und Konzentrationslagern während der NS-Zeit berichten. Die Überlebenden im Alter von 73 bis 84 Jahren, die heute in Polen und Belgien leben, haben das Ghetto in Warschau bzw. die KZ in Auschwitz, Sachsenhausen und Ravensbrück miterlebt oder mussten sich mehrere Jahre vor den Nazis verstecken.

07.11.2007 Sachsen Pressemeldung Sächsisches Staatsministerium für Kultus

Das Projekt Demokratieerziehung durch Zeitzeugenbefragung ist in Kooperation des Sächsischen Kultusministeriums und dem Freiburger Maximilian-Kolbe-Werk e.V. entstanden. Für Kultusminister Steffen Flath ist das Projekt ein wichtiger Baustein in der Demokratieerziehung: "Wer die Gräueltaten der Nazi-Diktatur nicht nur kennt, sondern auch die Leiden der Opfer erfährt, lernt die Demokratie zu schätzen und zu verteidigen." Durch die Möglichkeit mit den KZ-Überlebenden persönlich ins Gespräch zu kommen, ergebe sich für die Jugendlichen ein einmaliger Blick auf die eigene, deutsche und europäische Geschichte, so Flath.

Die ehemaligen Häftlinge beeindrucken besonders durch ihre Emotionen, Güte und Zuneigung, die sie noch heute auf die Jugendlichen ausstrahlen. Dabei geht es um Trauer und um Mahnung, aber nicht um Zorn oder Hass. Viele von ihnen haben nur durch banale Zufälle überlebt. Vor allem den Millionen von Ermordeten gegenüber fühlen sie deshalb eine Verpflichtung, heute gerade vor jungen Leuten zu bezeugen, was damals wirklich geschehen ist. Schon beim ersten Projekt dieser Art im vergangenen Jahr, ist diese Form des Unterrichts auf ein enormes und nachhaltiges Interesse bei den Schülern gestoßen.

Die Zeitzeugen werden an insgesamt acht Mittelschulen und an vier Gymnasien zu Gast sein. Und zwar am Siemens-Gymnasium Großenhain, Mittelschule Strehla, Evangelische Mittelschule Großrückerswalde, Mittelschule Schönfeld/ bei Thiendorf, Pestalozzi-Mittelschule Radeberg, Humboldt-Gymnasium Radeberg, Mittelschule Stauchitz, Hans-Erlwein-Gymnasium Dresden, Mittelschule Penig, Gymnasium Penig, Mittelschule Wilthen und an der Mittelschule Niederwiesa.

Hinweis an die Kollegen von der Presse:

Journalisten sind bei den Gesprächsrunden zwischen den Schülern und den Zeitzeugen sehr willkommen. Eine Übersicht mit den genauen Terminen ist in der Pressestelle erhältlich.


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