Zentrale Abschlussprüfungen zu leicht

Die Zentralen Abschlussprüfungen an den Realschulen in Nordrhein-Westfalen waren in diesem Jahr insgesamt zu leicht, kritisiert der Realschullehrerverband NRW. "Vor allem in den Fächern Deutsch und Englisch lagen die Anforderungen unter dem Lernniveau der Schülerinnen und Schüler. Dies betrifft sowohl die eigentlichen Aufgaben als auch die Korrekturvorgaben, nach denen sich die Benotung richtet. Die Korrekturvorgaben waren sehr niedrig angesetzt, so dass auch für durchschnittliche Leistungen gute Noten vergeben wurden", so RLV-Vorsitzende Brigitte Balbach.

04.06.2009 Pressemeldung Verband Reale Bildung

"Zahlreiche Rückmeldungen aus den Schulen bestätigen uns, dass das Anforderungsniveau diesmal zu gering war. Lediglich in Mathematik gab es angemessene Aufgabenstellungen, wenngleich die Formulierung der Aufgaben für viele Schülerinnen und Schüler schwer verständlich war."

Grundsätzlich sieht der Realschullehrerverband NRW in Zentralen Prüfungen ein geeignetes und notwendiges Instrument, um einheitlich hohe Qualitätsstandards flächendeckend zu etablieren.

Das Bemühen um eine Festigung und Steigerung des Qualitätsniveaus wird allerdings konterkariert, wenn die Prüfungsaufgaben zu leicht sind. "Wir gönnen den Schülerinnen und Schülern gute Noten, doch die dürfen nicht durch einen Qualitätsverlust erkauft werden", erklärt Balbach. "Eine Verwässerung der anerkannt hohen Qualität des Realschul-Bildungsganges darf es nicht geben.

Denn die Leidtragenden wären letztlich die Schülerinnen und Schüler, für die beim Wechsel auf eine höhere Schulform oder in den Beruf sehr bald das böse Erwachen käme."

Verantwortlich für die Standards der Zentralen Abschlussprüfungen ist das Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen in Berlin. Aus Sicht des RLV NRW stellt sich nach den jüngsten Erfahrungen die Frage, ob das Schulministerium tatsächlich auf die gewiss nicht billigen Leistungen dieses Instituts angewiesen ist. "Vielleicht wäre es sinnvoll, die Fachkräfte vor Ort, nämlich die Lehrer, stärker einzubeziehen. Die verstehen ihr Handwerk und wissen, was sie ihren Schülern zumuten können und was nicht", schlägt Balbach vor.

Ansprechpartner

Verband Reale Bildung

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