Zentrale Lernstandserhebungen in den Klassen 3 und 8

Die Schülerinnen und Schüler in Nordrhein-Westfalen zeigen bei den im Mai geschriebenen Lernstandserhebungen in den Klassen 3 und 8 zufriedenstellende bis in Teilgruppen exzellente Leistungen. "Die Ergebnisse belegen die hervorragende Arbeit unserer Schulen. Lehrerinnen und Lehrer setzen sich in vorbildlicher Weise dafür ein, dass Kinder und Jugendliche die Standards der Lehrpläne erreichen", lobt Schulministerin Barbara Sommer.

11.09.2008 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen

In Klasse 3 ist die große Mehrheit der Kinder in der Lage, Aufgaben auf mittlerem oder höherem Anspruchsniveau zu lösen. Bei den Lernstandserhebungen in Klasse 8 liegen die Gymnasien deutlich über dem Landesdurchschnitt. Doch auch an Haupt-, Real- und Gesamtschulen erzielen Schülerinnen und Schüler Spitzenergebnisse. Auffallend ist, dass die Erweiterungskurse der Hauptschulen, die von rund einem Drittel der Hauptschülerinnen und -schüler besucht werden, bei gleichen Aufgabenstellungen vielfach das Niveau der Realschulen und der Gesamtschulen erreichen. Der Anteil der Spitzenleistungen ist in den Erweiterungskursen der Hauptschulen sogar etwas höher als in Realschulen und Gesamtschulen.

"Ich freue mich besonders über das gute Abschneiden der Erweiterungskurse an unseren Hauptschulen. Das ist ein tolles Ergebnis. Es zeigt, dass Schülerinnen und Schüler an dieser Schulform gute Leistungen erbringen und wir mit der Qualitätsoffensive den richtigen Weg eingeschlagen haben. Die Lehrerinnen und Lehrer leisten hier eine beachtliche Förderleistung, indem sie ihre Schüler auf dieses Leistungsniveau bringen", betont die Ministerin.

Weiter wies die Ministerin auf die hohe Bedeutung der Lernstandserhebungen für die Qualitätsentwicklung der einzelnen Schulen hin: "Die Ergebnisse ermöglichen den Schulen eine Standortbestimmung." Alle Schulen erhalten landesweite Vergleichswerte, um die eigenen Ergebnisse einordnen zu können. Dies hilft, den Erfolg des Unterrichts besser einzuschätzen. Die Ergebnisse zeigen, welche Stärken und Schwächen die Schülerinnen und Schüler in den untersuchten Bereichen haben und welcher weitere Förderbedarf an den Schulen besteht.

An den landesweiten Tests nahmen rund 190.000 Schülerinnen und Schüler der 8. und etwa 180.000 der 3. Klassen teil. Die Lernstandserhebungen enthielten Aufgaben zu ausgewählten Bereichen der Fächer Deutsch und Mathematik, in den 8. Klassen wurde zusätzlich Englisch getestet.

Vergleichsarbeiten Klasse 3

Bei den Vergleichsarbeiten in Klasse 3 zeigen die landesweiten Ergebnisse für das Fach Deutsch, dass in den beiden Teilleistungsbereichen "Sprache untersuchen" und "Leseverständnis" die große Mehrheit der Kinder das mittlere Fähigkeitsniveau 2 oder das höchste Fähigkeitsniveau 3 erreicht. Im Bereich "Sprache untersuchen" ist dieser Anteil sogar besonders hoch.

Auch im Fach Mathematik schneiden die Schülerinnen und Schüler im Landesdurchschnitt sehr erfolgreich ab. Rund ein Drittel der Kinder kann in Klasse 3 bereits anspruchsvolle Aufgaben sowohl aus dem Bereich "Raum und Form" als auch aus dem Bereich "Muster und Strukturen" sicher lösen.

Lernstandserhebungen Klasse 8

Bei den Lernstandserhebungen in Klasse 8 zeigen die Ergebnisse für das Fach Deutsch (Schwerpunkt 2008: "Schreiben"), dass der Anteil der Schülerinnen und Schüler, die die höchste Kompetenzstufe erreichen, an Gymnasien besonders groß ist. Der Anteil der Schülerinnen und Schüler, die über das Kompetenzniveau 1 nicht hinauskommen, ist in den Hauptschulen, an denen im Fach Deutsch nicht in Grund- und Erweiterungskurse differenziert wird, und in den Grundkursen der Gesamtschulen besonders groß.

Im Fach Englisch (Schwerpunkt 2008: "Schreiben") erreichen die Erweiterungskurse der Hauptschulen beachtliche Ergebnisse, die gleichauf mit denen der Realschulen und der Erweiterungskurse der Gesamtschulen liegen. Wie beim Schreiben im Fach Deutsch erreichen die Schülerinnen und Schüler der Gesamtschul-Erweiterungskurse auch in Englisch etwas bessere Ergebnisse als ihre Mitschüler aus den Realschulen. Der Anteil der Schülerinnen und Schüler, die eine gezielte Förderung ihrer Schreibkompetenzen benötigen, ist in den Grundkursen der Haupt- und Gesamtschulen besonders hoch.

Die Ergebnisse für das Fach Mathematik (Schwerpunkt 2008: "Medien und Werkzeuge verwenden") zeigen, dass in allen Schulformen der Umgang mit mathematischen Werkzeugen noch nicht den Stellenwert im Mathematikunterricht erreicht, der anderen prozessbezogenen Kompetenzen zukommt. Gerade die Schülerinnen und Schüler der Grundkurse in den Hauptschulen und Gesamtschulen hatten bei der Lernstandserhebung 2008 sehr große Schwierigkeiten, diese Aufgaben zu bearbeiten.

Deutlich besser schnitten dagegen die Erweiterungskurse ab. Der Anteil der Spitzenleistungen ist in den Erweiterungskursen der Hauptschulen sogar etwas höher als in den Realschulen.

Erwartungsgemäß unterscheiden sich die Schülerleistungen zwischen den Schulformen. Die Gymnasiastinnen und Gymnasiasten schneiden klar über dem Landesdurchschnitt ab. Die Gruppe der Schülerinnen und Schüler, die der Leistungsspitze zuzurechnen ist, ist erwartungsgemäß in den Gymnasien besonders groß. Aber auch in den Realschulen sowie den Erweiterungskursen der Gesamtschulen und Hauptschulen gibt es Schülerinnen und Schüler, die Spitzenergebnisse erreichen. Deutlich unter dem Durchschnitt liegen die Leistungen in den Grundkursen der Haupt- und Gesamtschulen.

"Schülerinnen und Schüler, die hinter den Anforderungen der Lehrpläne zurückbleiben, nehmen wir mit einem Bündel von gezielten Maßnahmen besonders in den Blick", sagte Sommer. In diesem Schuljahr stehen 3.500 und im nächsten Schuljahr 4.000 zusätzliche Lehrerstellen gegen Unterrichtsausfall und für individuelle Förderung zur Verfügung.

Gleichzeitig baut die Landesregierung Schritt für Schritt Ganztagsangebote und Ganztagsschulen aus. 2.900 Ganztagsschulen im Primarbereich, 216 erweiterte Ganztagshauptschulen bieten Kindern bereits jetzt neue Bildungschancen. Darüber hinaus werden bis 2010 insgesamt 108 Realschulen und 108 Gymnasien in Ganztagsschulen umgewandelt.

Schulministerin Barbara Sommer wird die besten 2 Prozent der Schülerinnen und Schüler jeder Schulform durch eine Urkunde auszeichnen.

Die Schulen können diese Vergleichswerte ab sofort im Internet abrufen. Die kompletten Ergebnisberichte können von der Internetseite des Schulministeriums heruntergeladen werden: www.schulministerium.nrw.de


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