Zeugnis für Rot-Grün und die Bildungsbehörde: Unterrichtsversorgung zum 01.02.14 mangelhaft!
Zu Beginn des zweiten Schulhalbjahres werden längst nicht alle freigewordenen LehrerInnenstellen wieder besetzt und die Vertretungsreserven sind bereits aufgebraucht – ab Februar werden auf die Bremer Schulen und die SchülerInnen noch mehr Unterrichtsausfälle zukommen. Schon jetzt regen sich an Schulen vermehrt Proteste der Elternvertretungen.
28.01.2014 Pressemeldung GEW BremenPetra Lichtenberg, Sprecherin des Landesvorstandes der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Bremen, kritisiert: "Immer wieder wird von der Bildungsbehörde und vom Rot-Grünen Senat gebetsmühlenartig betont, dass die Schulen mehr Personal erhalten haben und die Schulen ausreichend personell versorgt seien. Eltern, SchülerInnen und uns wir Beschäftigten erleben jeden Tag am eigenen Leib, dass Personal an allen Ecken und Enden fehlt. Die vom Rot-Grünen Senat angekündigten angeblichen vielen Millionen mehr für Bildung halten der Realität nicht stand."
Zu Schuljahresbeginn werden nach Berechnungen der GEW mehr als 50 freigewordene Lehrerstellen nicht besetzt. Den Schulleitungen fehlt das Personal, um den regulären Unterricht abzudecken – schon jetzt wird an vielen Stellen die Stundentafel – die festgelegten Unterrichtsstunden pro Fach – nicht mehr eingehalten. Allen Schulen fehlen ausreichende Vertretungsreserven für Ausfälle durch Krankheit, Mutterschutz, Beschäftigungsverbote in der Schwangerschaft, Elternzeit, Prüfungen, Fortbildungen, Weiterbildungen und Klassenfahrten. Die Berufsschulen haben gar keine Vertretungsreserven, diese sind schon vor mehreren Jahren komplett gestrichen worden. "Das verstößt gegen das Recht auf Bildung unserer SchülerInnen. Anspruch und Wirklichkeit gehen völlig auseinander – und die Beschäftigten sind längst am Limit angekommen", so Lichtenberg. "Jeder Arbeitgeber muss für ganz normale personelle Ausfälle ausreichend Reserven einplanen und zur Verfügung stellen – und zwar unabhängig von der Schulart!" Nur die Unterrichtsausfallstatistiken sehen noch gut aus: Schulleitungen haben klare Ansagen zum Führen dieser Statistik: Wenn eine Lehrkraft wegen fehlender KollegInnen zwei oder mehr Klassen auf einmal betreut, wird das nicht als Unterrichtsausfall vermerkt. Auch wenn in Klassen bei Lehrerausfällen sogenannte "Selbstlernzeiten" ohne Lehrkraft stattfinden, gilt dies statistisch als erteilter Unterricht.
Die GEW Sprecherin betont: "Faktisch fällt ohne Ende Unterricht aus – und der Personalnotstand wird auch auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen. Im Bereich der Langzeiterkrankungen im öffentlichen Dienst liegen die Lehrkräfte mit an trauriger Spitze. Es ist höchste Zeit, die Bremse zu ziehen und mehr LehrerInnen einzustellen. Wir benötigen in Bremen dringend einen Nachtragshaushalt für Bildung – gemäß Landesrechnungshof fehlen allein für die Umsetzung der Schulreform 20 Mio. Euro jährlich – die fehlenden Vertretungskräfte sind in der Berechnung noch gar nicht mit drin!"
Keine Kommentare vorhanden