Zöllner empfiehlt Fernlerninstitut für muttersprachlichen Unterricht

(bikl) Ein Fernlerninstitut in Ergänzung zum muttersprachlichen Unterricht hat der Berliner Bildungssenator und Präsident der Kultusministerkonferenz (KMK) Jürgen Zöllner heute in der Frankfurter Rundschau vorgeschlagen.

20.02.2007 Artikel
  • © sensjs.berlin.de

Hierzulande tendiere man dazu, Jugendliche aus Migrantenfamilien vor allem als Problemfälle zu sehen – statt das Potenzial, das sie mitbringen, wahrzunehmen, so Zöllner gegenüber der FR. Denn wer aus zwei Kulturen stamme, bringe auch aus zwei Kulturen Kompetenzen mit.

"Tausende Kinder in Deutschland sprechen arabisch, türkisch, russisch, ukrainisch oder vietnamesisch - das ist doch toll! Diese Sprachkenntnisse sollten wir nicht verkümmern lassen, sondern sie fördern, wo wir können", argumentiert Zöllner und plädiert für muttersprachlichen Unterricht.

Sein Vorschlag: Wo dieser vor Ort nicht geleistet werden könne - beispielsweise weil es zu wenig Kinder aus diesem oder jenem Land gebe - sollten die Kräfte gebündelt werden.

"Warum sollten die Kultusminister nicht gemeinsam so etwas wie ein Fernlerninstitut errichten, das Materialien für alle möglichen Sprachen erarbeitet und bundesweit zur Verfügung stellt", fragt Zöllner. So könnte auch in Minderheitensprachen und auf dem Land Unterricht angeboten werden - per Internet zum Beispiel.

Die nächste Sitzung der Kultusministerkonferenz findet am 28. Februar 2007 in Berlin statt.


Weiterführende Links

  • Frankfurter Rundschau: Potenzial statt Problem

Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden