Zöllner: Weniger Bürokratie für Schulen

"Wir wollen die Schulen von Bürokratie entlasten, damit sie sich im Schulalltag stärker auf ihre pädagogischen Kernaufgaben konzentrieren können", sagte Bildungssenator Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner am Donnerstag anlässlich der Bekanntgabe einer Sammelverordnung zur Entbürokratisierung.

28.12.2007 Berlin Pressemeldung Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung

Im Sommer des Jahres hatte der Bildungssenator bereits ein Sofortprogramm zur Entlastung der Schulen veröffentlicht. Die jetzt umgesetzten Maßnahmen sind Teil des Sofortprogramms für das laufende Schuljahr. Weitere Maßnahmen werden zur Zeit vorbereitet.

Zum jetzt geschnürten Paket gehören u. a. folgende Punkte:

Klassen- und Kerngruppenlisten

Themen und Noten von Klassenarbeiten sollen künftig nicht mehr zusätzlich in den Klassen- bzw. Kerngruppenlisten festgehalten werden.

Begründung der Notensprünge

Im Zeugnisprotokoll in der Grundschule muss bisher jeder Notensprung von mehr als einer Note schriftlich begründet werden. In der Zukunft soll es genügen, wenn Eltern auf Nachfrage die entsprechenden Informationen erhalten.

Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten (LRS)

Bei LRS entscheidet bisher die Schulaufsicht über einen Nachteilsausgleich und die Befreiung von der Notengebung. In Zukunft entscheidet auf Vorschlag der Klassenkonferenz der Schulleiter über die zu ergreifenden Fördermaßnahmen sowie über die Befreiung von der Notengebung für zwei Jahre. Die Grundsätze für den Nachteilsausgleich werden von der Bildungsverwaltung erarbeitet.

Mittlerer Schulabschluss

Es wird auf einen Zweitkorrektor verzichtet.

Aufbewahrungspflicht für Klassenarbeiten

Klassenarbeiten müssen nicht mehr in der Schule aufbewahrt werden, sondern können auch den Eltern in die Hand gegeben werden.

Entscheidung über Wechsel der Wahlpflichtkurse

Künftig muss der Schulleiter bei einer Entscheidung über den Wechsel eines Wahlpflichtkurses in der Sekundarstufe I nicht mehr das Votum der Klassenkonferenz, sondern nur noch der unterrichtenden Lehrkräfte berücksichtigen.

Zusätzlich wurden bereits folgende Maßnahmen umgesetzt:

Schülerfahrten

Das umfangreiche Antragsverfahren wird deutlich vereinfacht, die Genehmigung von Schülerfahrten der Schulleitung übertragen und die Berichtspflicht über Schülerfahrten wird gestrichen.

Bewertung des Arbeits- und Sozialverhaltens

Das Arbeits- und Sozialverhalten wird bisher nur dann bewertet, wenn es von der Schule (Schulkonferenz) beschlossen wurde. Ist das der Fall, muss diese Bewertung allerdings am Ende jedes Schulhalbjahres erfolgen. Diese Regelung wird gestrichen. Die Schulkonferenz kann künftig entscheiden, das Arbeits- und Sozialverhalten nur zum Ende des Schuljahres zu bewerten.

Bildungsgangempfehlung zum Übergang aus der Grundschule in die Sekundarstufe I

Bisher muss ein mehrseitiges Gutachten zeitgleich zum Halbjahreszeugnis der Klasse 6 angefertigt werden. An diese Stelle tritt in Zukunft ein kurzes, möglichst einseitiges Formular.

Online-Anmeldung Lehrerfortbildung

Die Anmeldung für Lehrerfortbildung erfolgt nur noch online.

Schaffung einer Positivliste

Die Bildungsverwaltung hat eine Liste aller geltenden Gesetze, Rechtsverordnungen und Ausführungsvorschriften ? geordnet nach thematischen Schwerpunkten ? veröffentlicht, die es Schulleitungen und Lehrkräften erleichtert, sich einen raschen Überblick über Rechtsfragen zu verschaffen.

Termin zur Vorlage der internen Evaluationsberichte der Schulen

Der Termin zur erstmaligen Abgabe der Evaluationsberichte auf Grundlage des Schulprogramms ist um ein Jahr verlängert worden, so dass die Evaluationsberichte bis spätestens zum 1. März 2009 abgegeben werden müssen.

Einrichtung einer gesonderten E-Mail-Schiene zwischen Verwaltung und Schulen

Dadurch gelangen wichtige Informationen zielgenau in die Schulen; die Sekretariate und Schulleitungen müssen diese Informationen nicht mehr mühsam von sonstigen E-Mails trennen.

Bildungssenator Zöllner: "Es sind viele kleine Stellschrauben, an denen gedreht werden kann, um die Lehrerinnen und Lehrer zu entlasten. Der Einstieg in das Programm zur Entbürokratisierung ist gelungen. Nun gilt es in den nächsten Jahren daran weiterzuarbeiten. Dazu gehört auch die Einführung neuer IT-Verfahren und eines verbesserten Datenmanagements."


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