Zu viele Hauptschüler ohne Ausbildungsplatz - Eltern fordern zehnjährige Hauptschule

In Bayern sind immer noch mehr als 5000 junge Leute ohne Ausbildungsplatz. Das ist den heute veröffentlichten Zahlen zum Abschluss des Berufsberatungsjahres zu entnehmen. Der Lehrstellenmangel betrifft vor allem Hauptschüler. Der Bayerische Elternverband (BEV) spricht sich dafür aus, den Jugendlichen schon in der Schule bessere Perspektiven zu eröffnen.

11.10.2006 Bayern Pressemeldung Bayerischer Elternverband

"Wer die 9. Klasse freiwillig wiederholt oder in einer berufsbildenden Maßnahme sitzt, ist zwar erst einmal von der Straße, eine berufliche Perspektive ist das aber nicht", sagte Ulrike Stautner, die Sachgebietsleiterin Hauptschule des Bayerischen Elternverbands.

Selbst wenn in den nächsten Jahren wieder mehr Lehrstellen angeboten würden, seien die Anforderungen an die Bewerber inzwischen so gestiegen, dass viele Jugendliche sie gar nicht erfüllen könnten. Der BEV begrüße daher die Absicht des Kultusministeriums, die Hauptschule aufzuwerten. "Das bedeutet für uns aber zehn Jahre Hauptschule für alle - verpflichtend", sagte Stautner. "Es ist ein Unding, ausgerechnet die Schüler am kürzesten zu unterrichten, die die größten Defizite haben." Bei den ständig steigenden Anforderungen der Arbeitswelt müsse jeder so viel und so lange wie möglich lernen, und zwar ganzheitlich. Die Einteilung in theoretisch und praktisch Begabte sei wissenschaftlich ohnehin längst widerlegt.


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