Baden-Württemberg

Zum internationalen Tag der Menschen mit Behinderung - Knapp 5 Prozent der Schülerinnen und Schüler der allgemeinbildenden Schulen in Baden-Württemberg werden an Sonderschulen betreut

Im Schuljahr 2012/13 gab es fast 52 500 Schülerinnen und Schüler an den 582 allgemeinbildenden Sonderschulen des Landes. Dies war knapp 1 Prozent weniger als im Vorjahr. Damit hat sich der seit dem Schuljahr 2003/04 bestehende leicht abnehmende Trend bei der Schülerzahl weiter fortgesetzt. Der Anteil der Schülerinnen und Schüler an Sonderschulen an der Schülerschaft der allgemeinbildenden Schulen insgesamt in Baden-Württemberg lag 2012/13 mit 4,5 Prozent auf dem Niveau der Vorjahre (2009/10 bis 2011/12: 4,4 Prozent).

02.12.2013 Pressemeldung Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg

Innerhalb der Sonderschulen waren im Schuljahr 2012/13 die Förderschulen mit einem Anteil von 37 Prozent der mit Abstand größte Schultyp. Am zweitstärksten waren die Schulen für Geistigbehinderte – jeder sechste Schüler einer Sonderschule wurde hier gefördert. Mit 14 Prozent bildeten die Schulen für Erziehungshilfe den drittstärksten Sonderschultyp. An den Schulen für Sprachbehinderte wurden 12 Prozent, an den Schulen für Körperbehinderte 10 Prozent der Sonderschüler unterrichtet. Deutlich geringer fielen die Anteile der Schulen für Kranke, Hörgeschädigte, Blinde und Sehbehinderte aus: sie kamen zusammen auf 10 Prozent.

Unter den fast 52 500 Schülerinnen und Schülern insgesamt an Sonderschulen im Schuljahr 2012/13 waren rund 2 800, die in sogenannten "Außenklassen" unterrichtet wurden. Außenklassen sind reguläre Klassen einer Sonderschule, die an einer allgemeinen Schule eingerichtet werden, und dort nach einem zwischen Sonderschule und allgemeiner Schule ausgearbeitetem Kooperationsplan mit einer Partnerklasse zusammenarbeiten. [1] Die Zahl dieser Außenklassen hat sich seit dem Schuljahr 1997/98 kontinuierlich erhöht und erreichte 2012/13 mit 537 Klassen ihren bisherigen Höhepunkt. Rund die Hälfte der Außenklassen beruhte 2012/13 auf Kooperationen zwischen einer allgemeinbildenden Schule und einer Schule für Geistigbehinderte.

Unterstützung von den Sonderpädagogischen Diensten an einer "allgemeinen Schule" [2] erhielten im Schuljahr 2012/13 rund 20 050 Kinder und Jugendliche, darunter gut 350 an einer beruflichen Schule. In Ambulanten Sprachheilkursen wurden rund 350 Schülerinnen und Schüler gefördert. [3]

Weitere gut 1 450 behinderte und von Behinderung bedrohte Schülerinnen und Schüler (davon fast drei Viertel Grundschüler) an allgemeinen Schulen standen zum Stichtag der Erhebung (17.10.2012) noch auf der Warteliste, weil eine sonderpädagogische Unterstützung zu diesem Zeitpunkt noch nicht angeboten werden konnte. Knapp 550 behinderte und von Behinderung bedrohte Kinder und Jugendliche in allgemeinen Schulen waren den Sonderschulen bekannt, benötigten aber keine sonderpädagogische Unterstützung.

An den neuen Gemeinschaftsschulen sind inklusive Bildungsangebote Bestandteil der Schule.[4] Dort wurden im Schuljahr 2012/13 rund 150 Kinder mit festgestelltem Anspruch auf ein sonderpädagogisches Bildungsangebot beschult, davon gut die Hälfte an der Primarstufe (= Grundschulen im Verbund mit einer Gemeinschaftsschule) und knapp die Hälfte an der Sekundarstufe I. Insgesamt umfasste die Primarstufe der Gemeinschaftsschule fast 6 550 Kinder, die Sekundarstufe I gut 2 050.

[1] Die Einrichtung von Außenklassen an allgemeinbildenden Schulen ist seit dem Schuljahr 1991/92 möglich und war anfangs auf Schulen für Geistigbehinderte begrenzt. Vgl. auch Landesinstitut für Schulentwicklung und Statistisches Landesamt Baden-Württemberg: Bildungsberichterstattung 2009 – Sonderpädagogische Förderung in Baden-Württemberg, Stuttgart 2009 www.bildungsberichterstattung-bw.de.
[2] Zu den "allgemeinen Schulen" gehören die Grundschulen, Werkreal-/Hauptschulen, Realschulen, Gymnasien, Gemeinschaftsschulen und berufliche Schulen – keine Sonderschulen.
[3] Darunter rund 50 an Sonderschulen.
[4] Vgl. Ministerium für Kultus, Jugend und Sport: Bildungswege in Baden-Württemberg, Februar 2012, S. 18.


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