Nordrhein-Westfalen

Zum Konzept gegen Grundschulsterben

"Der VBE begrüßt, dass die Landesregierung ein [Konzept](http://bildungsklick.de/datei-archiv/51620/sprechzettel.pdf) entwickelt hat, das das Grundschulsterben weitgehend stoppt und ein wohnortnahes Grundschulangebot bei gleichzeitiger Gewährleistung qualitativer Standards sichern kann", erklärte Udo Beckmann, Vorsitzender der Lehrergewerkschaft Verband Bildung und Erziehung (VBE NRW).

13.12.2011 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband NRW

Es sei gut, dass die Grundschule endlich mehr Aufmerksamkeit durch die politisch Verantwortlichen erhalte. Schließlich gehöre die Grundschule in NRW bezogen auf ihre finanzielle und personelle Ausstattung im nationalen und internationalen Vergleich seit jeher zu den Schlusslichtern. Mit seiner Expertise "Kurze Beine – kurze Wege" hatte der VBE Anfang September deutlich gemacht, dass dringender Handlungsbedarf besteht, und Lösungsvorschläge aufgezeigt, um eine weitere Versteppung der Grundschullandschaft zu verhindern. Diese habe die Landesregierung zu großen Teilen in ihrem Konzept aufgegriffen. und trage somit den auf der Basis der VBE-Expertise erhobenen Forderungen weitgehend Rechnung. Der VBE sehe in dem vorgelegten Konzept zahlreiche positive Ansätze.

Der VBE begrüße, dass die Landesregierung erkannt hat, dass es zur qualitativen Sicherung eines wohnortnahen Grundschulangebots mit Teilstandorten auch einer Ausweitung der Leitungszeit bedarf. Es sei wichtig, dass Teilstandorte jeweils von einer Person geleitet werden, um das entsprechende pädagogische Standortkonzept umsetzen zu können. Vor diesem Hintergrund fordere der VBE die Einführung eines zweiten Konrektors für die Grundschule. Außerdem sei es erforderlich, die Zahl der Anrechnungsstunden für besondere Aufgaben und notwendige Kooperationen für die Lehrkräfte zu erhöhen. Hier bestehe Nachbesserungsbedarf.

Ebenso positive Signale der Landesregierung seien: Die Absenkung des Klassenfrequenzrichtwertes von 24 auf 22,5 beginnend schon ab dem Schuljahr 2012/13, mehr Flexibilität und größere Gestaltungsmöglichkeiten für die Kommunen (Einführung einer Kommunalen Klassenrichtzahl für mehr Gerechtigkeit zwischen den Kommunen bei der Klassenbildung), die Ermöglichung einzügiger eigenständiger Standorte sowie die Verringerung der Zahl sehr großer Klassen und Vereinfachung der Regelungen zur Klassenbildung. Bezogen auf den nationalen und internationalen Vergleich sei hier allerdings noch Luft für weitere Verbesserungen.

Beckmann abschließend: "Der VBE fordert die Landesregierung auf, die durch rückläufige Schülerzahlen in der Grundschule entstehenden Demografiegewinne zur dringend notwendigen Verbesserung der Rahmenbedingungen in der Primarstufe weiterhin sukzessive zu nutzen. Denn schließlich kommt es auf das Fundament an, um mehr Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit von Anfang an zu sichern."


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