Zur Demokratieoffensive "Einmischen" der Landesregierung

"Demokratie wird nur durch Erleben erlernt, und das geschieht auch in der Schule", kommentierte der GEW-Landeschef, Thomas Lippmann, das gestern vorgestellte Konzept der Landesregierung zu einer Demokratieoffensive des Landes.

20.02.2008 Sachsen-Anhalt Pressemeldung GEW Sachsen-Anhalt

Demokratiedefizite einstehen in den realen Lebensprozessen und können deshalb nur zu geringen Teilen durch die Schule aufgearbeitet werden. "Lehrer können `Stammtischparolen` nicht aus den Köpfen verbannen, wenn Demokratie nicht gelebt wird", fügte Lippmann hinzu.

Die GEW begrüßt, wenn Lehrerinnen und Lehrern, darunter denen, die Sozialkunde unterrichten, Fortbildungsangebote gemacht werden.

Die Aussage, dass mehr als 50 Prozent der Lehrkräfte, die in Sozialkunde eingesetzt werden, keine Lehrbefähigung dafür haben, kann die GEW aus den Erfahrungen an den Schulen allerdings nicht bestätigen.

Wenn der Landesregierung aber solche Erkenntnisse vorliegen, stellt sie die Frage, warum seit zwei Jahren keine Qualifikations-Studiengänge zum Erwerb dieser Lehrbefähigung mehr angeboten und auch keine Neueinstellungen für dieses Fach vorgenommen wurden. Mindestens 50 junge Absolventen dieser Studienrichtung haben in den letzten Jahren nicht einmal einen Referendariatsplatz bekommen.

"Wir erwarten also attraktive Weiterbildungsstudiengänge und Neueinstellungen", sagte Lippmann. An Engagement sollte es dann nicht fehlen.

Auch nur der Verdacht, dass Kolleginnen und Kollegen, die mit großem Einsatz ohne spezielle Qualifikation Sozialkunde unterrichten, müsse zurückgewiesen werden, sagte Lippmann. Das Schulgesetz sieht außer in den Fächern Sport und Religion auch ohne besondere Zulassung fachfremden Einsatz von Lehrerinnen und Lehrern vor.

Lippmann regte an, endlich verlässliche Untersuchungen anzustellen, welchen Beitrag die Schule überhaupt in der Demokratieerziehung leisten könne.

Ansprechpartner

GEW Sachsen-Anhalt

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