Schulstart in BW: Handlungsspielraum für sichere Schulwege ausnutzen
Das neue Schuljahr steht kurz bevor und damit auch die Frage, wie Kinder sicher zur Schule kommen. Zum Schulstart in Baden-Württemberg appelliert das Bündnis „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“ an die Kommunen, sichere Schulwege konsequent voranzubringen und mehr Schulstraßen einzurichten.
07.09.2026 Baden-Württemberg Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-WürttembergFür eine flächendeckende Umsetzung braucht es ein zielführendes Zusammenspiel von Ländern, Schulträgern, Straßenverkehrsbehörden und Straßenbaulastträgern. Vor vielen Schulen kommt es zu Unterrichtsbeginn und Unterrichtsende zu dichtem Autoverkehr und unübersichtlichen Situationen. Gerade für Kinder, die erst lernen, sich sicher im Straßenverkehr zu bewegen, kann es dabei schnell gefährlich werden.
Das Deutsche Kinderhilfswerk (DKHW), der Verband Bildung und Erziehung (VBE) und der ökologische Verkehrsclub VCD empfehlen Eltern deshalb, möglichst auf das Auto zu verzichten und den Schulweg gemeinsam mit ihren Kindern zu üben. Je mehr Kinder zu Fuß, mit dem Fahrrad, dem Bus oder der Bahn kommen, desto sicherer wird die Verkehrssituation vor den Schulen. „Gleichzeitig stärkt ein aktiver Schulweg die Eigenständigkeit der Kinder, fördert Bewegung im Alltag und ermöglicht soziale Begegnungen, wenn Kinder den Schulweg gemeinsam zurücklegen. Ein aktiver Schulweg legt zudem den Grundstein für ein bewegtes Leben: Gewohnheiten, die Kinder früh entwickeln, begleiten sie oft bis ins Erwachsenenalter“, erklärt Gerhard Brand, Vorsitzender des VBE Baden-Württemberg.
Für sichere Schulwege sehen die Verbände jedoch nicht nur Eltern, sondern vor allem die Kommunen in der Verantwortung. Die mit der Reform der Straßenverkehrsordnung im Jahr 2024 geschaffenen neuen Handlungsspielräume müssen bestmöglich genutzt werden. Das Bündnis „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“ fordert Maßnahmen auf mehreren Ebenen:
- Kurzfristig: Temporäre Schulstraßen und Elternhaltestellen halten den Hol- und Bringverkehr vom direkten Schulumfeld fern. So werden gefährliche Situationen mit Kindern vermieden, die zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Tretroller unterwegs sind.
- Mittelfristig: Dauerhafte Schulstraßen sind eine wichtige Maßnahme, um den Verkehr vor Schulen sicherer zu machen und aktive Mobilität zu fördern. Beispiele aus Köln, Berlin und Leipzig zeigen, dass sich dadurch die Verkehrssicherheit und Aufenthaltsqualität deutlich verbessern.
- Langfristig: Notwendig ist ein Verkehrssystem, das Fehler verzeiht und Kindern eine selbstständige Mobilität ermöglicht. Dazu gehören unter anderem übersichtliche Kreuzungen, ausreichend lange Grünphasen an Ampeln sowie Tempo 30 auf Straßen, die Kinder regelmäßig nutzen.
Hintergrund:
DKHW, VBE und VCD rufen auch in diesem Jahr wieder zu den bundesweiten Aktionstagen „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“ auf. Vom 21. September bis 2. Oktober 2026 können Eltern, Lehrkräfte, Erzieherinnen und Erzieher Projekte umsetzen und sich vernetzen. Weitere Informationen, Materialien sowie Inspiration finden Sie hier.
- Kommunen müssen Handlungsspielraum für sichere Schulwege ausnutzen
- Deutsche Verkehrswacht fordert sichere Schulwege für alle Kinder
- „Verkehrsunterricht rettet Leben“
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