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Saarland: Lehrkräfte gewinnen bleibt Daueraufgabe

Gut ausgebildete Lehrkräfte zu gewinnen und langfristig im Saarland zu halten, ist eine der zentralen bildungspolitischen Aufgaben für die kommenden Jahre. Der Rechnungshof zeigt in seinem Sonderbericht sowohl Fortschritte als auch weiteren Handlungsbedarf.

18.08.2026 Saarland Pressemeldung Ministerium für Bildung und Kultur Saarland
  • © Adobe Stock Von den 662 zusätzlichen Lehrerstellen dieser Legislaturperiode entfallen 171 auf Sprachförderlehrkräfte.

Das Bildungsministerium hat viele Maßnahmen bereits angestoßen und in die konkrete Umsetzung gebracht. Mit 662 zusätzlichen Lehrerstellen allein in dieser Legislaturperiode hat das Saarland die personellen Voraussetzungen an seinen Schulen für eine stabile Unterrichtsversorgung deutlich gestärkt. Zugleich stellt sich das Land im bundesweiten Wettbewerb um Lehrkräfte breiter auf. 

Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot: „Der Bericht des Rechnungshofes bestärkt uns, den eingeschlagenen Weg in der Lehrkräftegewinnung im Saarland konsequent weiter zu gehen. Der Wettbewerb um Lehrkräfte ist bundesweit groß. Deshalb haben wir im Saarland Zugänge in den Lehrerberuf geöffnet, den Quereinstieg ausgebaut und setzen auf eine qualitativ hochwertige Ausbildung. Es geht um die Bildung unserer Kinder, deshalb begrüße ich den Blick auf den Ausbau multiprofessioneller Strukturen in Schulen, die einen Schwerpunkt des Rechnungshofes bilden. Mit dem Ausbau an Sprachförderlehrkräften oder auch der Schulsozialarbeit haben wir bereits in der Vergangenheit wichtige Weichen gestellt. Maßgeblich ist und bleibt dabei, Kinder und Jugendliche bestmöglich zu fördern, Lehrkräfte zu gewinnen und in ihrer Arbeit wirksam zu entlasten. So stärken wir Schule insgesamt und halten den Lehrerberuf auch für die Zukunft attraktiv.“

Das Saarland hat die Lehrkräftegewinnung und die personelle Ausstattung der Schulen in den vergangenen Jahren auf mehreren Ebenen gestärkt:

  • Starker Stellenaufwuchs: Allein in dieser Legislaturperiode wurden insgesamt 662 zusätzliche Planstellen für Lehrkräfte geschaffen. Die Zahl der Haushaltsstellen ist damit von 8.148 Anfang 2022 auf 8.810 zum 1. August 2026 gestiegen. Die vorhandenen Stellen werden jedes Schuljahr ausgeschöpft. Das Saarland verfügt zugleich über eines der jüngsten Lehrkräfteteams und über die niedrigste Teilzeitquote unter den westdeutschen Flächenländern.
  • Sprachförderung personell absichern: Von den 662 zusätzlichen Lehrerstellen dieser Legislaturperiode entfallen 171 auf Sprachförderlehrkräfte. Zum Schuljahr 2026/27 kommen weitere zehn Stellen an Grundschulen zur Stärkung von „Startklar Deutsch“ hinzu. Damit reagiert das Land gezielt auf steigende und sich verändernde Förderbedarfe an den Schulen.      
  • Gezielt dort verstärken, wo Bedarf entsteht: Zum Schuljahr 2026/2027 wurden unter anderem zehn weitere Lehrerstellen an Grundschulen zur Stärkung von „Startklar Deutsch“ sowie 18 weitere Stellen an Gymnasien für G9 geschaffen. Hinzu kommen 30 zusätzliche pädagogische Fachkräfte für Förderschulen.    
  • Stärkung der multiprofessionellen Teams: Gute personelle Ausstattung von Schulen bedeutet nicht allein mehr Lehrkräfte. Im Schuljahr 2025/26 waren an den allgemeinbildenden Schulen 333 Fachkräfte der Schulsozialarbeit mit insgesamt 197 Vollzeitstellen im Einsatz. Auch an den Berufsbildungszentren werden die sozialpädagogischen Kapazitäten von derzeit 49 auf rund 57 Vollzeitstellen erhöht. Zusätzlich stärkt das Startchancen-Programm die multiprofessionellen Teams an 55 Schulen.      
  • Neue Wege in den Lehrerberuf: Der Zugang zum Lehramt wurde gezielt geöffnet, um zusätzlich zur klassischen Lehrkräfteausbildung qualifizierte Bewerberinnen und Bewerber für den Schuldienst zu gewinnen. Seit 2024 bietet das Saarland mit dem Quereinstiegsmaster einen neuen universitären Weg zum Master of Education – zunächst in Physik und Informatik, inzwischen auch in Mathematik, Chemie, Bildender Kunst und Musik. Darüber hinaus wurde der direkte Quereinstieg in den Vorbereitungsdienst für Bedarfsfächer wie Informatik, Physik, Bildende Kunst und Musik sowie für die Sonderpädagogik und die beruflichen Schulen geöffnet. Gerade die Maßnahmen zur Gewinnung zusätzlicher Lehrkräfte in Mangelfächern bewertet auch der Rechnungshof positiv. 
  • Sonderpädagogik gezielt stärken: Sonderpädagogik gezielt stärken: Seit Februar 2025 besteht ein eigener Quereinstieg in den Vorbereitungsdienst für Sonderpädagogik. Neun Referendarinnen und Referendare haben bereits erfolgreich das Zweite Staatsexamen abgelegt, sechs weitere befinden sich derzeit im Vorbereitungsdienst. Darüber hinaus wird gemeinsam mit der Universität des Saarlandes, der htw saar, dem Studienseminar für Sonderpädagogik und dem Zentrum für Lehrerbildung ein Quereinstiegsmaster Sonderpädagogik vorbereitet. Seit dem Schuljahr 2026/27 werden zudem mit „SoPro“ erstmals Grundschullehrkräfte gezielt für die inklusive Förderung weiterqualifiziert.
  • Einstellungsverfahren weiter verbessern: Das Ministerium hat Bewerbungswege flexibilisiert und arbeitet daran, die Gewinnung und Einstellung von Lehrkräften weiter zu vereinfachen. Die Hinweise des Rechnungshofs etwa zur Ansprache von Bewerberinnen und Bewerbern und zu Einstellungsverfahren fließen in diese Weiterentwicklung ein.

Angesichts steigender Schülerzahlen und des bundesweiten Wettbewerbs um Fachkräfte bleibt die Lehrkräftegewinnung eine Daueraufgabe. Das Saarland setzt deshalb nicht auf eine einzelne Maßnahme, sondern auf ein Gesamtpaket aus mehr Stellen, zusätzlichen Zugangswegen, gezielter Gewinnung in Mangelfächern und besseren Einstellungsverfahren. Ziel bleibt, die Unterrichtsversorgung langfristig zu sichern und zugleich die Qualität der Lehrkräfteausbildung zu erhalten.


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