5 staatliche Förderungen für Weiterbildungen und Umschulungen

Der Staat bietet zahlreiche Möglichkeiten, um eine berufliche Bildung oder Weiterbildung zu fördern und um Chancengleichheit zu gewährleisten. Gerade unter der aktuellen Bildungsministerin Anja Karliczek sind die Fördermaßnahmen noch einmal aufgestockt worden.

17.09.2020 Bundesweit Pressemeldung WBS Training AG
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Diverse Maßnahmen stehen zur Verfügung, die für unterschiedliche Lebens- und Berufssituationen konzipiert wurden und unterschiedliche Bedingungen voraussetzen. Manche wenden sich beispielsweise an junge Menschen, andere wiederum sind vorteilhaft für Alleinerziehende. Manche Maßnahmen finanzieren eine Schulung, andere sind verknüpft mit Darlehen für eine Unternehmungsgründung.

Es lohnt auf jeden Fall, sich über die zahlreichen Förderprogramme zu informieren. Sie sind nicht nur als soziale Maßnahme gegen Arbeitslosigkeit gedacht, sondern auch explizit, um Karrieren zu fördern. Ein Beratungsgespräch bei der Bundesagentur für Arbeit oder dem Jobcenter kann klären, welche Maßnahme auf die eigene Situation am besten zugeschnitten ist und welche Bedingungen zu erfüllen sind. Für einen ersten Eindruck über die bestehenden Programme, werden hier kurz 5 staatliche Förderungen für Weiterbildung und Umschulung vorgestellt.

1. Der Bildungsgutschein

Der Bildungsgutschein ist gedacht für eine berufliche Weiterbildung und ist eines der am häufigsten geförderten staatlichen Programme. Nicht zuletzt, weil er unabhängig von Alter, Ausbildung oder Betrieb vergeben wird. Die Kosten für die Weiterbildung werden hier von der Agentur für Arbeit oder das Jobcenter übernommen. Dies beinhaltet in der Regel:

  • die Lehrgangskosten selbst
  • die täglichen Fahrtkosten (im Tagespendelbereich)
  • gegebenenfalls auswärtige Unterbringung / Verpflegung
  • gegebenenfalls Kinderbetreuung

Wird während dieser Zeit Arbeitslosengeld bezogen, wird dies gegebenenfalls ebenso weiterbezahlt. Außerdem ist man während der Maßnahme sozial abgesichert.

Sinn und Zweck des Gutscheins liegt darin, den Weg aus einer Arbeitslosigkeit herausfinden zu können oder diese abzuwenden. Auf diese Art können auch Berufsabschlüsse nachgeholt oder neue Kernkompetenzen erworben werden. Allgemein ergeben sich neue Jobchancen. Für folgende berufliche Situationen ist der Bildungsgutschein geeignet:

  • bei Bezug des Arbeitslosengeldes I
  • bei Bezug von Hartz IV
  • bei Kurzarbeit
  • für Arbeitslos mit einer abgeschlossenen Ausbildung
  • bei dreijähriger Berufserfahrung
  • wenn eine Kündigung droht
  • wenn der Arbeitsvertrag ausläuft

Zunächst erfolgt ein Beratungsgespräch bei der Arbeitsagentur für Arbeit oder dem Jobcenter, denn es liegt im Ermessen der Behörde, zu entscheiden, wem eine Maßnahme zusteht. Wird sie gestattet, so wird im nächsten Schritt das individuelle Bildungsziel festgelegt, also welche Art Maßnahme in Frage kommt. Weiterhin definiert wird die regionale Gültigkeit und der Zeitraum, in dem eine Maßnahme angetreten werden muss. In der Regel gibt es dafür einen Rahmen von drei Monaten. Falls in dieser Zeit kein passender Bildungsträger gefunden werden konnte, muss der Gutschein erneut beantragt werden.

Als nächstes muss ein geeigneter Bildungsträger gefunden werden, der zertifiziert ist für die Weiterbildung. Die Bundesagentur für Arbeit bietet eine Datenbank für berufliche Aus- und Weiterbildung, die KURSNET-Datenbank. Hier sind alle nach SGB III zugelassenen Träger nach verschiedenen Bereichen und Berufen aufgelistet.

Nach Beratung mit dem gewählten Bildungsträger, legt dieser vor Kursbeginn der Arbeitsagentur den Gutschein vor und die Maßnahme kann beginnen. Sie muss nicht zurückgezahlt werden und ist auch nicht an Erfolg geknüpft.

2. Die Weiterbildungsprämie

Die Prämie für Weiterbildung soll den Abschluss eines Ausbildungsberufes ermöglichen. Darunter fallen auch eine Umschulung oder ein Vorbereitungslehrgang für eine Externenprüfung. Bedingung ist, dass die Ausbildung mindestens zwei Jahre dauert und nach dem 01.08.2016 begonnen wurde.

Die Förderung ist möglich durch eine Prämie für das erfolgreiche Ablegen einer Zwischenprüfung vor einer Kammer (Industrie- und Handelskammer, Handwerkskammer oder andere), die auch in der Ausbildungsverordnung so festgelegt ist. Prüfungen von anderen Trägern können nicht finanziert werden. Bei Erfolg werden dann 1000,-€ gezahlt. Der Nachweis einer bestandenen Abschlussprüfung wird mit 1500,-€ prämiert. Er muss der Arbeitsagentur oder dem Jobcenter vorgelegt werden.

3. Das Aufstiegs-BAföG

Diese Weiterbildung soll, wie der Name schon erahnen lässt, einem beruflichen Aufstieg den Weg ebnen. Dies kann beispielsweise der Meister sein, der Betriebswirt oder der Erzieher als Berufsspezialist. Aber auch der Bachelor und der Master sind förderungsfähig. Auf alle drei Fortbildungsstufen wird hier abgezielt, das sind etwa 700 rechtlich geregelte Abschlüsse. Um die eigene Karriere voranzutreiben oder in die richtige Richtung zu schieben, ist das Aufstiegs-BAföG gut geeignet.

Vorausgesetzt wird in der Regel eine abgeschlossene erste Berufsausbildung und daran angeknüpfte erworbene Praxis. Zu der Zielgruppe gehören auch Bachelorabsolventen, Studienabbrecher und Abiturienten. Es gibt keine angesetzte Altersgrenze und die Zuschüsse müssen nicht zurückgezahlt werden. Außerdem sind zinsgünstige Darlehen möglich.

Das Prozedere verlangt Lehrgänge im Umfang von mindestens 400 Stunden. Sie können in Teil- oder Vollzeit absolviert werden. Meist wird ein Zuschuss für die Prüfungsgebühren gewährt. Aber auch ein Darlehen zum Zweck der Unternehmensgründung fällt unter diese Fördermaßnahme. Es muss nicht zurückgezahlt werden.

Das Aufstiegs-BAföG ist flexibel einsetzbar. Bezuschusst werden können hier auch die Materialkosten für eine Meisterprüfung oder die Kosten für die Kinderbetreuung bei Alleinerziehenden. Wird die Weiterbildung in Vollzeit absolviert, ist sogar ein Beitrag zum Lebensunterhalt möglich.

4. Weiterbildungsstipendium

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert hiermit begabte junge Menschen nach der erfolgreichen Ausbildung. Meist passiert dies berufsbegleitend, auch ein Studium ist möglich.

Bedingung ist das Vorhandensein einer Ausbildung in einem dualen Beruf oder ein Fachberuf im Gesundheitswesen. Eine besondere Qualifikation muss ebenso nachgewiesen werden. Der Geförderte ist entweder arbeitsuchend oder arbeitet mindestens 15 Stunden in der Woche. Es gibt eine Altersbeschränkung von 24 Jahren, die unter bestimmten Umständen um drei Jahre erweitert werden kann. Etwa wenn ein Freiwilligendienst im Lebenslauf steht oder ein Kind den beruflichen Werdegang unterbrochen hat. Diese Maßnahme enthält nur einen Zuschuss, ein Eigenanteil der Weiterbildung ist somit selbst zu zahlen.

5. Bildungsprämie

Die Bildungsprämie wendet sich an Menschen mit einem geringen Einkommen. Das sind weniger als 20.000,-€ Jahreseinkommen oder 40.000,-€ bei gemeinsamer Veranlagung.  Diese Weiterbildung ist berufsbezogen. Sie besteht aus einem Prämiengutschein und / oder einem Spargutschein.

Vorausgesetzt wird, dass eine Erwerbstätigkeit vorliegt mit einer Arbeitszeit von mindestens 15 Stunden in der Woche. Eltern- oder Pflegezeit wird hier ebenso anerkannt. Es gibt keine Begrenzung für das Alter.

Allgemein gefördert werden Maßnahmen zur Grundbildung, für Sprachen, IT oder die Vorbereitung auf Externenprüfungen. Dies kann auch per Fernausbildung absolviert werden. Gefördert wird mit der Finanzierung der Hälfte der Kursgebühr. Der Staat springt aber maximal mit 500,-€ ein. Im Falle eines Spargutscheins werden vermögenswirksame Leistungen zur Finanzierung der Weiterbildung verwendet. Die genauen Möglichkeiten und Konditionen werden idealerweise bei einem Beratungsgespräch mit der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter vermittelt.

Ansprechpartner

WBS TRAINING AG
Lorenzweg 5
12099 Berlin
Telefon: 080023552350461
Web: https://www.wbstraining.de/beratungstermin-vereinbaren/


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