Abschluss des 25. Gewerkschaftstages der GEW: "Die Chinesische Mauer abtragen"

Für die Ausbildung aller Pädagoginnen und Pädagogen an Hochschulen hat sich die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) eingesetzt. "Wir müssen die Chinesische Mauer zwischen den einzelnen Berufsgruppen im Bildungsbereich abtragen", sagte GEW-Vorsitzender Ulrich Thöne heute zum Abschluss des Gewerkschaftstages seiner Organisation in Erfurt.

27.04.2005 Pressemeldung Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft

Der einheitlichen Grundausbildung für alle pädagogischen Berufe solle ein arbeits- und berufsfeldbezogenes Hauptstudium folgen, konkretisierte Thöne den Vorschlag der GEW. Wechselten Pädagogen in andere Berufe im Bildungsbereich, sollten sie entsprechende Weiterbildungsmaßnahmen nutzen können. "Das Konzept soll Schluss mit der Einbahnstraßen-Ausbildung von Pädagogen machen. Es ermöglicht den Wechsel vom Lehrer zum Weiterbildner oder an die KiTa - und umgekehrt", betonte Thöne. Dies erhöhe die Kompetenzen der Lehrenden und führe zu größerer Berufszufriedenheit. Mit ihrem Vorschlag wolle die GEW Anschluss an das europäische Niveau gewinnen.

Der GEW-Vorstoß ist Teil des Bildungspolitischen Reformkonzepts, das die Delegierten mit großer Mehrheit beschlossen. Das Papier bezeichnet "Bildung als Kern der sozialen Frage". Es beschreibe Inklusion, demokratische Beteiligung und Nachhaltigkeit als Gestaltungsbedingungen für alle Einrichtungen im Bildungsbereich und setze auf "die Beschäftigten als Motor für Reformen", unterstrich Norbert Hocke, GEW-Vorstandsmitglied für Jugendhilfe und Sozialarbeit. Dabei seien gute Arbeitsbedingungen für die Lehrenden und die Qualität von Bildung "die beiden Seiten einer Medaille". Hocke war verantwortlich für die Erarbeitung des Reformkonzeptes.

Info: Die 432 Delegierten des 25. GEW-Gewerkschaftstages wählten in den vergangenen vier Tagen einen neuen Vorstand und verabschiedeten über 50 Anträge - und damit fast das gesamte Paket. Dabei bearbeiteten sie Anträge, die sich mit Kindertagesstätten, Schulen und Hochschulen, dem berufsbildenden Bereich sowie der Weiterbildung beschäftigten. Dieses Arbeitsspektrum spiegelt das Aufgabengebiet der Bildungsgewerkschaft wider.


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