Berufliche Bildung wird hier falsch bewertet

Das Bayerische Schulsystem ist sehr durchlässig. Rund 43 Prozent der Hochschulzugangsberechtigungen werden in Bayern bereits heute über Wege der beruflichen Bildung erreicht. Der Anteil der Schülerinnen und Schüler eines Jahrgangs, die den Hochschulzugang erwerben, liegt in Bayern insgesamt bei deutlich über 30 Prozent. Mit Hinweis auf diese Fakten widerspricht Bayerns Kultusministeriums erneut den vermeintlichen "Erkenntnissen" eines Gefälligkeitsgutachten eines wissenschaftlichen Assistenten der LMU für die Grünen.

04.08.2008 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

Daten des Gefälligkeitsgutachtens für Grüne z.T. unseriös und veraltet

Die von diesem genutzten Daten sind zum Teil unseriös und zum Teil veraltet. Sie verzeichnen die Wirklichkeit. So wird in Bayern nicht an den allgemeinbildenden Schulen die Fachhochschulreife erworben, sondern an den beruflichen Schulen. So wird der Anteil der an der FOS, BOS usw. erworbenen Hochschulzugangsberechtigungen von der Auftragsarbeit für die Grünen nicht richtig ausgewiesen. Außerdem berücksichtigt der Autor des Gefälligkeitsgutachtens die jüngsten Beschlüsse und Entwicklungen der jüngsten Jahre nicht.

Berufliche Oberschule wird flächendeckend ausgeweitet

Bereits in den vergangenen drei Jahren hat Kultusminister Siegfried Schneider die Wege der beruflichen Bildung zur Hochschule konsequent ausgeweitet, in dem er z.B. die Standorte für die FOS 13 fast verdreifacht hat und die Wege zur Doppelqualifikation verbreitert hat. Im neuen Schuljahr werden den bayerischen Schülerinnen und Schülern noch mehr Möglichkeiten eröffnet, auf vorhandene Schulabschlüsse aufzubauen - ganz nach seinem Grundsatz "Kein Abschluss ohne Anschluss". Flächendeckend wird im neuen Schuljahr die 13. Jahrgangsstufe an der Fachoberschule unter dem Dach der Beruflichen Oberschule eingeführt, die Haupt-, Wirtschafts- und Realschülern mit einem mittleren Bildungsabschluss einen zweiten gleichwertigen Weg zur allgemeinen Hochschulreife - also zum Abitur - eröffnet.

Schüler werden flächendeckend gut auf FOS und BOS vorbereitet

Damit die Schülerinnen und Schüler bestmöglich auf die Anforderungen in der FOS und BOS vorbereitet werden, gibt es ab dem Schuljahr 2008/2009 flächendeckend Brückenangebote. Außerdem gibt es im neuen Schuljahr mehr Möglichkeiten, parallel zur dualen Ausbildung die Hochschulreife zu erwerben, nämlich z.B. über die "Berufsschule plus". Die von der Auftragsarbeit genannte Zahl von Schülerinnen und Schülern, die die Fach- und Berufsoberschulen vorzeitig verlassen, ist für das Kultusministerium kein Beleg für gescheiterte Bildungswege. Viele Schülerinnen und Schüler, die sich zum Beispiel an der FOS angemeldet haben, erhalten noch nachträglich einen Ausbildungsplatz oder ein Berufsangebot, für den oder das sie sich bewusst entscheiden. Sie verlassen damit zwar die Fach- oder Berufsoberschule, aber nicht als Verlierer, sondern mit einer klaren Option. Die Anzahl der Schüler, die den Probeunterricht nicht bestehen, hält sich in Grenzen, wird aber durch die Brückenangebote noch weiter abgesenkt. Die 13. Jahrgangsstufe der FOS bestehen nahezu 100 Prozent der Schülerinnen und Schüler, verweist das Kultusministerium auf die hohe Erfolgsquote der beruflichen Bildung an der FOS.

Berufliche Bildung vermittelt Bildungserfolg

Das Kultusministerium weist abschließend die Ansicht zurück, dass Bildungserfolg allein auf einem Hochschulabschluss beruht. Auch in der beruflichen Bildung erbringen Frauen und Männer für Gesellschaft und Wirtschaft unverzichtbare Leistungen und haben ebenso Bildungserfolg. Die berufliche Bildung gehört zu den tragenden Säulen des Erfolgs der Wirtschaft in Bayern und in Deutschland. Wer dies nicht anerkennt, verweigert unter einer ungesunden pseudoakademischen Hybris diesen Menschen die Anerkennung ihrer Leistung für Gesellschaft und Wirtschaft.


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