Berufsbild Betreuungskraft

Betreuungskräfte (auch Alltagsbegleiter oder Alltagsbegleiterin genannt) gewinnen zunehmend an Bedeutung auf dem Arbeitsmarkt: Im Zuge des demografischen Wandels verändern sich die gesellschaftlichen Strukturen und somit auch der Arbeitsmarkt. Einige soziale Berufe sind besonders gefragt.

24.08.2022 Bundesweit Pressemeldung Bildungswerk für therapeutische Berufe
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Einer davon ist der Beruf der Betreuungskraft. Eine Betreuungskraft sollte einige persönliche Voraussetzungen für die Ausübung des Berufes mit sich bringen, da sie mit hilfs- und pflegebedürftigen Menschen arbeitet. Sie ist für die professionelle Pflege und eine wertschätzende, bedarfsorientierte Begleitung zuständig.

Diese persönlichen Voraussetzungen sind erforderlich

Betreuungskräfte verfügen über eine "soziale Ader" und haben eine persönliche Neigung, helfende und betreuende Tätigkeiten ausführen zu wollen. Der Arbeitsalltag ist anspruchsvoll, da man mit der Biografie hilfs- und pflegebedürftiger Menschen zurechtkommen muss und die Pflege von Menschen einige Herausforderungen mit sich bringt. Das erfordert ein hohes Maß an Empathie und Geduld.

Der individuelle Werdegang, der Charakter und diverse Erkrankungen der betreuten Personen erschweren den Arbeitsalltag und die Kommunikation mit den Betroffenen. Daher sollte man die Bereitschaft vorweisen, neue Denkmuster zu akzeptieren und zu erlernen. In diesem Beruf steht man tagtäglich vor neuen Herausforderungen, die nicht nur körperliche Kraft, sondern vor allem auch seelische Stabilität erfordern.

Die Betreuung macht einen Großteil des Arbeitsalltages aus. Zusätzlich können Betreuungskräfte für die Kommunikation mit Angehörigen und Pflegepersonal, für die Ernährung, die Planung und Strukturierung des Arbeitsalltages sowie auch für die Einhaltung der Hygienerichtlinien und rechtlichen Grundlagen zuständig sein. Bringt man diese persönlichen Voraussetzungen und die Freude sowie Bereitschaft an der Arbeit mit hilfs- und pflegebedürftigen Menschen mit, so eröffnet sich mit dem Beruf der Betreuungskraft ein zukunftsträchtiger und sozial wichtiger Berufsbereich. Folglich sind folgende persönlichen Voraussetzung für den Beruf der Betreuungskraft erforderlich:

  • Ausgeprägte kommunikative und soziale Kompetenz
  • Empathie und Geduld
  • Lernbereitschaft und Flexibilität
  • Freude am Umgang und der Arbeit mit Menschen
  • Körperliche und psychische Belastbarkeit

Der Einstieg in den Beruf

Um den Beruf ausüben zu dürfen, sind nicht nur persönliche Voraussetzungen zu erfüllen. Für die Ausbildung oder Weiterbildung zur Betreuungskraft ist ein Orientierungspraktikum von 5 Arbeitstagen bzw. 40 Stunden in einer vollstationären oder teilstationären Pflegeeinrichtung erforderlich. In dem Praktikum hat man die Möglichkeiten, seine Fähigkeiten, Neigungen und Interessen für die Tätigkeit zu testen. Wünschenswert, aber nicht verpflichtend, ist eine einschlägige Berufserfahrung. Die Ausbildung fordert mindestens einen Realschulabschluss. Erforderlich ist außerdem seelische Stabilität. Menschen, die unter psychischen Erkrankungen erleiden, werden bei der Ausübung sozialer Berufe meist sehr belastet. Der Umgang mit alten und kranken Menschen ist daher nicht für jedermann geeignet.

Die Ausbildung zur Betreuungskraft

Den Zugang zu der Ausbildung erhält man bei verschiedenen Lehrgangsträgern und auch bei der Agentur für Arbeit. Unter bestimmten Voraussetzungen erhält man eine Förderung in Form des Bildungsgutscheins vom Jobcenter oder der Agentur für Arbeit. Möchte man die Weiterbildung eigenständig finanzieren, so kostet die Ausbildung je nach Bildungsträger rund 1400 Euro bis über 2000 Euro. Die Ausbildung dauert rund acht Monate und beansprucht eine wöchentliche Lernzeit von rund acht Stunden. Ein Betreuungspraktikum von 10 Arbeitstagen bzw. 80 Stunden während der Ausbildung ist ebenfalls verpflichtend. Diese kann man in verschiedenen Einrichtungen absolvieren, wie etwa im Seniorenheim oder anderen Betreuungs- bzw. Pflegeeinrichtungen.

Während der achtmonatigen Ausbildung erlernt man vielfältige Inhalte und erlangt Kompetenzen, die die Betreuungskraft auf den späteren Berufsalltag vorbereiten. Auf dem Lehrplan stehen Umgangsformen, Kommunikationstechniken und Zusammenarbeit mit weiterem Betreuungs- und Pflegepersonal.

Diese Kenntnisse und Fähigkeiten sind erforderlich, um mit psychischen Erkrankungen, geistiger Behinderung und Demenz im Alter souverän umgehen zu können. Die Zusammenarbeit mit weiterem Pflegepersonal ist für eine professionelle, bedarfsorientierte sowie wertschätzende Begleitung unumgänglich. Man arbeitet im Team und orientiert sich an dem Bedürfnis jedes einzelnen betreuungsbedürftigen Menschen. Zur Ausbildung gehört auch Kenntnisse über notwendige Krankheitsbilder und damit verbundene Aktivierungsmaßnahmen sowie Möglichkeiten zur Freizeit- und Alltagsgestaltung. Die notwendigen Maßnahmen orientieren sich an dem gesundheitlichen Zustand der betreuungsbedürftigen Menschen.

Folgende Inhalte erlernen Betreuungskräfte außerdem während ihrer Ausbildung:

  • gesellschaftliche und biologische Aspekte des Alterns
  • Umgang, Kommunikation und Betreuung der Klienten
  • Krankheitsbilder (psychischer und physischer Natur)
  • allgemeine und spezielle Hygiene sowie Prophylaxe im Alltag
  • Basispflege und spezielle krankheitstypische Pflegemaßnahmen
  • Freizeitgestaltung in der Pflege und Betreuung
  • institutionelle, ethische und rechtliche Rahmenbedingungen

Eine Betreuungskraft erlangt während der Ausbildung so auch ein Verständnis für verschiedene Krankheitsbilder und die damit verbundenen Beeinträchtigungen der zu zu betreuenden Menschen. Mit der notwendigen Geduld und Empathie resultiert daraus ein bedürfnisorientierter Alltag, der den Betroffenen eine Teilhabe an Freizeitaktivitäten und am Leben allgemein ermöglicht.

Zukunftsaussichten und Gehaltschancen

Im Laufe der letzten Jahre hat man die Gehälter in Pflegeberufen an den Bedarf und die Leistung angepasst. Eine Betreuungskraft verdient im Durchschnitt rund 30.000 Euro pro Jahr. Laut Statistischen Bundesamt ist die Zahl der Menschen im Rentenalter zwischen 1990 und 2018 um mehr als 50 Prozent gestiegen. Die Bevölkerungsstruktur wird sich auch in den nächsten Jahren weiter verändern. Man spricht dabei vom demografischen Wandel.

In den nächsten 15 Jahren gehen die geburtenstärksten Jahrgänge, die sogenannten "Babyboomer", in den Ruhestand. Im Alter steigt der Bedarf an Pflege und Betreuung. Daher ist der Beruf der Betreuungskraft schon jetzt sehr gefragt. Es ist davon auszugehen, dass die Nachfrage nach Fachkräften in Pflegeberufen in den nächsten Jahren noch weiter steigen wird. Trotz der vergleichsweise kurzen Ausbildungszeit erfreut man sich nach einer Ausbildung zur Betreuungskraft an einem zukunftsträchtigen und sozial relevanten Beruf.

Ansprechpartner

Stefan Waloschek
Lobirke 1
Remscheid 42857
Telefon: 02191 4 64 31 15
Fax: 02191 4 64 31 50
E-Mail: waloschek@btb.info
Web: www.btb.info


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