Ausbilungsplatz

Brücke ins Berufsleben

Einen passenden Ausbildungsplatz zu finden, ist nicht leicht. Schwierig wird dies vor allem für Jugendliche, die nur ein schlechtes Abschlusszeugnis oder gar keinen Schulabschluss vorweisen können. Gerade diesen jungen Leuten hilft seit einigen Jahren die Einstiegsqualifizierung (EQ).

27.07.2010 Pressemeldung Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Im Herbst letzten Jahres starteten die Deutsche Telekom und die Bundesagentur für Arbeit (BA) das Modellprojekt "Meine Chance - Ich starte durch". 61 Jugendliche ohne Ausbildungsplatz erhielten die Möglichkeit, ein Jahrespraktikum bei der Telekom zu absolvieren.

Ziel war und ist, junge Menschen ohne berufliche Perspektive in eine Ausbildungsstelle zu vermitteln. Die Zwischenbilanz fällt positiv aus.

Kein Talent soll ungenutzt bleiben

Thomas Sattelberger, Personalvorstand der Deutschen Telekom, sagte in Berlin, von den 61 gestarteten Jugendlichen würden 50 jetzt in ein festes Ausbildungsverhältnis übernommen. "42 von ihnen gehen sogar direkt in das zweite Ausbildungsjahr über."

Für das BA-Vorstandsmitglied Heinrich Alt steht fest: "Jeder Jugendliche bringt etwas mit - keiner ist talentfrei. Unsere Aufgabe ist es, ihre Begabung zu suchen, zu fördern und sie auf ihren Weg in den Beruf so gut wie möglich zu unterstützen."

Unternehmen müssen sich angesichts des demografischen Wandels und des daraus resultierenden Fachkräftemangels künftig verstärkt um gering qualifizierte Jugendliche bemühen. Gegenwärtig gibt es in Deutschland rund 300.000 arbeitslose Jugendliche, davon hat jeder Zweite keine Berufsausbildung. Über die Hälfte ist in Hartz IV.

Integration statt Isolation

Die Jugendlichen im Telekom-Projekt sind während des Jahrespraktikums voll in die Berufsausbildung integriert und nicht in Sonderprogrammen isoliert. Sie werden in die Ausbildungsbereiche IT-Systemelektroniker, Kaufmann für Bürokommunikation und Einzelhandelskaufmann eingegliedert und durchlaufen dieselben Stationen wie die übrigen Azubis. Außerdem erhalten die Praktikanten neben der persönlichen Betreuung wenn nötig auch eine spezielle Förderung.

Die erfolgreiche Kooperation wird verlängert: Auch im nächsten Ausbildungsjahr ab Herbst 2010 sollen 66 Jugendliche mit Vermittlungshemmnissen durch ein Langzeitpraktikum bei der Telekom integriert werden. Insgesamt ist das Projekt über vier Jahre angelegt und soll rund 270 jungen Menschen eine Brücke aus der Grundsicherung ins Berufsleben ermöglichen. Sattelberger betont: "Unser Projekt zeigt, dass es sich lohnt, gerade auf den ersten Blick nicht sichtbaren Talenten eine Chance zu geben."

Einstiegsqualifizierung

Das Programm Einstiegsqualifizierung ermöglicht jungen Menschen durch ein betriebliches Praktikum den Zugang zu einer Ausbildung. Zielgruppe sind Jugendliche mit eingeschränkten Vermittlungsperspektiven. Voraussetzung für den Erhalt dieses Jahrespraktikums ist, dass die Jugendlichen im Vorjahr keinen Ausbildungsplatz bekommen haben und sie oder ihre Eltern Leistungen der Grundsicherung (Hartz IV) beziehen. Während ihres sechs- bis zwölfmonatigen Praktikums sind die Teilnehmer sozialversichert und bekommen Grundkenntnisse für einen anerkannten Ausbildungsberuf vermittelt. Arbeitgeber, die EQ durchführen, können mit einem Zuschuss zur Vergütung in Höhe von bis zu 212 Euro monatlich gefördert werden. Jährlich unterstützt die BA so rund 30.000 Jugendliche. Über 60 Prozent gehen anschließend in eine betriebliche Berufsausbildung über. Die Ausgaben der BA für das Programm beliefen sich 2009 auf 71 Millionen Euro.


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