Fake News

Demokratiebildung durch spielerisches Lernen

Das Hamburger Institut für Berufliche Bildung (HIBB) startet ein wegweisendes Projekt: „Social Media Lab“. Das auf drei Jahre angelegte Projekt soll perspektivisch hamburgweit an allen berufsbildenden Schulen zum Einsatz kommen.

09.02.2026 Hamburg Pressemeldung Pressestelle des Hamburger Senats
  • Ein Lehrer erklärt zwei Schülern etwas an einem Computer. © Adobe Stock Die Schülerinnen und Schüler lernen nicht nur, wie Social Media professionell genutzt wird, sondern auch, welchen Einfluss Algorithmen und Geschäftsmodelle der Plattformen auf politische Meinungsbildung haben.

Gemeinsam mit sechs berufsbildenden Schulen können Schülerinnen und Schüler mit Hilfe einer innovativen Simulationssoftware in einem geschützten Raum den professionellen Umgang mit Social-Media-Phänomenen wie Fake News, Bots, Trollen und Hate Speech trainieren.

„Social Media Lab“ baut auf dem Erfolg der Beruflichen Schule für Medien und Kommunikation (bmk/BS17) beim Arbeitgeberpreis 2024 auf: Im Rahmen der Kooperation mit der Universität der Bundeswehr („KoDiA – Kompetenzen in der digitalen Arbeitswelt“) konnte die Schule den Arbeitgeberpreis gewinnen und hat diesen Erfolg genutzt, um das Projekt zielgerichtet weiterzuentwickeln.

Bildungssenatorin Ksenija Bekeris: „Wir haben gesehen, wie effektiv spielerisches Lernen in digitalen Szenarien funktioniert. Mit dem Social Media Lab schaffen wir einen sicheren Experimentierraum, in dem junge Menschen lernen, Social-Media-Phänomene kritisch zu hinterfragen und die Mechanismen hinter den Plattformen zu verstehen – eine essenzielle Kompetenz für Beruf und Demokratiebildung.“

Planspiel mit echten Herausforderungen

Die browserbasierte Software der Wuppertaler Firma Prevency simuliert realistische Social-Media-Umgebungen. In Rollenspielen übernehmen die Teilnehmenden verschiedene Perspektiven: von der Kommunikationsabteilung der fiktiven Partei „NOVA“ über Bürgerinnen und Bürger bis hin zu Influencern und Aktivisten. Dabei werden sie mit aktuellen Herausforderungen konfrontiert – vom Erkennen von Deepfakes über den Umgang mit Shitstorms bis hin zur Frage, wann Social-Media-Inhalte strafrechtlich relevant werden.

Branchenspezifisch und bildungsgangübergreifend

Das Projekt umfasst zwei Säulen: berufsbezogene Szenarien für duale Ausbildungsberufe im Medienbereich – etwa für Kaufleute für audiovisuelle Medien oder Dialogmarketing – sowie Module mit dem Schwerpunkt „Social-Media-Phänomene und Demokratie“, die bildungsgangübergreifend eingesetzt werden können.

Demokratie schützen durch Medienkompetenz

Ein zentrales Anliegen des Projekts ist die Stärkung demokratischer Resilienz. Die Schülerinnen und Schüler lernen nicht nur, wie Social Media professionell genutzt wird, sondern auch, welchen Einfluss Algorithmen und Geschäftsmodelle der Plattformen auf politische Meinungsbildung haben. Ein Schulungskonzept in Kooperation mit dem Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung (LI) soll die Ausweitung auf weitere Schulen ermöglichen.

Projektlaufzeit: 1. Februar 2025 – 1. Februar 2028

Ansprechpartnerin: Anja Borghardt, Hamburger Institut für Berufliche Bildung (HIBB)

E-Mail: anja.borghardt( at )hibb.hamburg.de

Weitere Informationen: https://hibb.hamburg.de/fokusthemen/demokratiebildung/projekt-social-media-lab/


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