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Ein Leben lang lernen

Digitalisierung und technischer Fortschritt verändern die Arbeitswelt in rasantem Tempo. Um Schritt zu halten, soll in Deutschland eine Weiterbildungskultur entstehen, sagt die Politik. Unternehmen haben die Relevanz des beständigen Lernens bereits erkannt. 

01.04.2021 Bundesweit Artikel Karoline Estermann
  • © fauxels – pexels.com Die Politik möchte in Deutschland eine Weiterbildungskultur etablieren.

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Etwa 1,3 Millionen Arbeitsplätze gehen durch die Digitalisierung und den technologischen Wandel bis 2025 verloren. Gleichzeitig sollen rund 2,1 Millionen neue entstehen, davon geht Bundesarbeitsminister Hubertus Heil aus. Er rechnet damit, dass es in der Industrie neue Qualifikationsanforderungen geben wird, während in den Bereichen Handel, Banken und Versicherungen menschliche Arbeit durch technische Lösungen ersetzt werden wird. In Bildung und Pflege steigt der Bedarf an Arbeitskräften laut Heil immer weiter.  

Um Unternehmen und Beschäftigte darauf vorzubereiten, existiert seit 2019 eine Nationale Weiterbildungsstrategie – die erste in der Geschichte der Bundesrepublik. Zu den Maßnahmen gehören beispielsweise die Stärkung der Weiterbildungsberatung durch die Bundesagentur für Arbeit sowie die Unterstützung kleiner und mittlerer Unternehmen bei Weiterbildungskonzepten. „Wir wollen in Deutschland eine echte Weiterbildungskultur entwickeln. Weiterbildung im Beruf muss in der Zukunft zum Arbeitsalltag gehören“, sagte Bundesbildungsministerin Anja Karliczek anlässlich der Vorstellung in Berlin. Die Weiterbildung müsse so ausgestaltet sein, dass sie die Beschäftigten nicht überfordert, sondern zur Fortbildung motiviert.

Aus Sicht der Unternehmen

Im internationalen Vergleich schneidet Deutschland bislang gut ab: 56 Prozent der erwerbstätigen Erwachsenen nehmen an nicht formalen Weiterbildungsmaßnahmen teil. Damit liegt Deutschland knapp über dem OECD-Durchschnitt, wie aus dem Bericht „Bildung auf einen Blick 2020“ hervorgeht. Darin zeigt sich auch: Je größer das Unternehmen, desto höher ist die Teilnahmequote der Beschäftigten an Weiterbildung. 

Die Digitalisierung bleibt Treiber für Weiterbildung: Wie die zehnte Weiterbildungserhebung des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln zeigt, investieren digitalisierte Unternehmen mehr Zeit und Geld in Weiterbildung als andere. Ein Großteil der für den Trendmonitor Weiterbildung befragten Unternehmen sieht Weiterbildung als wichtige Maßnahme für ihren langfristigen Erfolg. Sie vermuten, dass der Stellenwert der betrieblichen Weiterbildung weiter steigen wird. Die Corona-Krise ändert daran nichts: Im August 2020 gab die große Mehrheit der Unternehmen in einer Befragung des Stifterverbands an, dass Fort- und Weiterbildung ein wichtiges Thema auf der Vorstandsagenda ist und förderte verstärkt digitale Schlüsselqualifikationen.

Der neue Standard

Wenn es nach der Bundesregierung geht, wird lebenslanges Lernen zukünftig noch stärker zum Arbeitsalltag dazugehören: „Jedem muss klar sein, dass eine Erstausbildung allein künftig nicht mehr automatisch reicht“, so Hubertus Heil. Ob die angestrebte Weiterbildungskultur dem Wandel der Arbeitswelt gerecht wird, zeigt sich womöglich 2025, wenn 2,1 Millionen neue Arbeitsplätze besetzt wurden. 


Über die didacta 2021
Die didacta 2021 ist das virtuelle Live-Event für die Bildungsbranche. Vom 10. bis 12. Mai 2021 führt Europas führende Bildungsmesse wieder Lehrkräfte, ErzieherInnen, AusbilderInnen sowie Politik, Wirtschaft und Wissenschaft zusammen. Starke PartnerInnen aus Bildungsinstitutionen, Ministerien, Lehrer- und Fachverbänden und der Bildungswirtschaft sowie innovative BranchenexpertInnen präsentieren auf der Online-Plattform an drei Tagen ihre neuesten Produkte und Bildungskonzepte. Teilnehmende erhalten in Live-Chats Beratung von jedem Ort der Welt. Ein umfassendes Programm mit spannenden Diskussionen, Key Notes und lösungsorientierten Produktpräsentationen thematisiert aktuelle Entwicklungen, bietet Möglichkeiten zum Dialog und zeigt Wege für Gegenwart und Zukunft. Die Veranstaltung wird unterstützt vom Kultusministerium Baden-Württemberg. 

Nähere Informationen zu den Veranstaltungen der didacta 2021 finden Sie unter www.didacta.digital und www.facebook.com/didacta-messe.

Information für Redaktionen: Interviews, Texte und Zitate aus diesem Themendienst können gerne zur redaktionellen Berichterstattung verwendet werden. Beim Bildmaterial beachten Sie bitte die Nutzungshinweise am jeweiligen Bild. Über ein Belegexemplar an info( at )bildungsklick.de freuen wir uns.

Quellenangabe: Dieser Beitrag erschien zuerst im didacta Themendienst.

Der Themendienst im Überblick: Weitere Artikel und Interviews zur didacta – die Bildungsmesse 2021 finden Sie im Dossier auf https://bildungsklick.de/didacta-2021.



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