Bericht aus Brüssel

Aktionsplan: Bessere berufliche Kompetenzen und höhere Beschäftigung

In ihrem Aktionsplan vom 4. März zur Umsetzung der europäischen Säule sozialer Rechte (ESSR) schlägt die EU-Kommission auch neue Kernziele in den Bereichen Kompetenzen und Beschäftigung vor. Diese sollen das Fachkräftepotenzial für Unternehmen verbessern.

15.03.2021 Bundesweit Pressemeldung DIHK - Deutscher Industrie- und Handelskammertag
  • © Monkey Business Images/Shutterstock

Nach dem Aktionsplan sollen bis 2030 mindestens 78 Prozent der 20- bis 64-Jährigen in der EU einer Beschäftigung nachgehen, mindestens 60 Prozent aller Erwachsenen sollen jedes Jahr an einer Weiterbildungsmaßnahme teilnehmen. Als Voraussetzung für die Teilnahme am Arbeitsmarkt hält es die Kommission für notwendig, dass mindestens 80 Prozent der 16- bis 74-Jährigen über grundlegende digitale Kompetenzen verfügen. Zudem soll das Leistungsniveau in der allgemeinen und Beruflichen Bildung für die Aufnahme einer betrieblichen Ausbildung verbessert werden.

Zudem sieht die Kommission für die Bewältigung des digitalen und grünen Wandels in der Wirtschaft und den Unternehmen verstärkte Investitionen der Mitgliedstaaten in die Bildungs- und Ausbildungssysteme als notwendig an.

Als wichtige Quelle für die Schaffung neuer Arbeitsplätze hat die EU-Kommission insbesondere die europäischen Industrieunternehmen mit ihren rund 35 Millionen Arbeitsplätzen im Blick. Dieser Aspekt soll auch in der für das zweite Quartal 2021 angekündigten Kommissionsvorlage für eine neue EU-Industriestrategie einfließen. Auch kleine und mittlere Unternehmen, von denen 50 Prozent in den drei vorausgegangenen Jahren eine angestiegene Beschäftigungsquote verzeichnen, sollen hierbei eine wichtige Rolle einnehmen.

2017 hatten die EU-Staats- und Regierungschefs, das Europäische Parlament und die EU-Kommission die ESSR mit ihren 20 Grundsätzen proklamiert. Grundsatz 1 sieht ein Recht auf allgemeine und Berufliche Bildung und lebenslanges Lernen von hoher Qualität vor, Grundsatz 4 außerdem das Recht auf frühzeitige und bedarfsgerechte Unterstützung zur Verbesserung der Beschäftigungs- oder Selbständigkeitsaussichten.

Die Stärkung der ESSR ist eine Priorität des amtierenden portugiesischen EU-Ratsvorsitzes, der dazu am 7. und 8. Mai einen EU-Sozialgipfel in Porto abhalten wird.  Der Aktionsplan ist der entsprechende Beitrag der Kommission. Er soll gemeinsam mit den Mitgliedstaaten, den Sozialpartnern sowie auch regionalen Akteuren – unter anderem den Kammern – umgesetzt werden.


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