Erfolgsmodell duale Ausbildung zukunftsfest machen

25.01.2007 Pressemeldung DIHK - Deutscher Industrie- und Handelskammertag

Erfolgsmodell duale Ausbildung …

Die duale Ausbildung in Deutschland ist seit Jahrzehnten ein Erfolgsmodell. Sie garantiert eine bundesweit einheitliche Qualifizierung für den Fachkräftenachwuchs: Ein in Oberammergau ausgebildeter Industriemechaniker kann seine Qualitäten auch in Flensburg einsetzen – zum Vorteil für Betriebe und Kunden. Eine weitere Stärke der dualen Bildung ist ihre Verankerung in der betrieblichen Praxis. Dadurch gelingt es, die Ausbildungsinhalte mit der technischen Entwicklung "à jour" zu halten. Absolventen finden so rasch eine Beschäftigung – weit besser als in Ländern, in denen rein schulische Ausbildungsformen dominieren.

… vor Herausforderungen

Die berufliche Bildung kann ihren Erfolg fortschreiben, wenn sie sich neuen Herausforderungen stellt:

  • Der Wettbewerb von Betrieben und Hochschulen um leistungsstarke Jugendliche nimmt zu.
  • Das gestern Erlernte reicht heute nicht mehr aus, um die Ansprüche eines langen Berufslebens zu meistern – der Grundstein für die berufliche Weiterbildung muss deshalb früh gelegt werden.
  • Viele Betriebe können Anforderungen manch stark überfrachteter Ausbildungsordnungen kaum noch bewältigen.

Eine rein betriebsspezifische Ausbildung wäre allerdings auch keine Lösung: Ausbildungsabschlüsse ließen sich kaum noch vergleichen; die Arbeitsmarktbefähigung der Azubis würde sinken, und das duale System würde unattraktiv.

DIHK-Vorschlag: Bewährte Strukturen flexibel ergänzen!

Der DIHK hat gemeinsam mit Unternehmensvertretern das Modell "Dual mit Wahl" erarbeitet, das die Stärken des traditionellen Systems mit mehr Flexibilität verbindet: Einer ein- bis zweijährigen Vermittlung von Kernkompetenzen einer Berufsgruppe schließt sich ein – an den betrieblichen Notwendigkeiten orientiertes – Angebot an Modulen mit speziellen Kompetenzen an. Beispiel Verkehrskaufleute: Auszubildende aller Verkehrsberufe müssen zunächst Kernkompetenzen wie das Ausstellen von Beförderungsdokumenten oder die Bearbeitung von Schadensund Versicherungsfällen erlernen. Anschließend wird beispielsweise in Schifffahrts- oder Luftverkehrskaufmann spezialisiert: Hierbei müssen vier aus acht berufsspezifischen Modulen je nach Möglichkeit des Betriebes bzw. der Neigung des Lehrlings ausgewählt werden (z.B. Seeverkehrslogistik, Ladungsbuchung etc.).

"Dual mit Wahl" zügig umsetzen!

Die Vorteile des DIHK-Modells "Dual mit Wahl" liegen auf der Hand:

  • Jugendliche müssen sich erst im zweiten Teil der Ausbildung spezialisieren – was die Zahl an Ausbildungsabbrechern sinken ließe. Ausbildung wird für leistungsstärkere Jugendliche wieder attraktiver, da sie bereits während der Ausbildung Zusatzqualifikationen erwerben können.
  • Ausbildung wird passgenauer, und die Ausbildungskapazitäten spezialisierter Betriebe werden besser genutzt.
  • Es bietet sich die Chance einer Entschlackung von Ausbildungsinhalten.

Das Modell kann im Interesse der Betriebe und der Jugend zügig umgesetzt werden. Änderungen des Berufsbildungsgesetzes sind dazu nicht erforderlich. Der DIHK ist zuversichtlich, auch die Politik für diesen Weg gewinnen zu können.

Ansprechpartner: Sybille v. Obernitz, DIHK Berlin, Telefon 030-20308-2500
Dr. Volker Treier, DIHK Berlin, Telefon 030-20308-2508

Unter www.dihk.de/inhalt/download/reformmodell.pdf steht eine detaillierte Beschreibung des Modells zum Download bereit.


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