GEW: "Wann, wenn nicht jetzt?!"
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat die in Meseberg auf der Bundeskabinetts-Klausur vereinbarte "Nationale Qualifizierungsoffensive" grundsätzlich begrüßt. "Wann, wenn nicht jetzt, sollte die Bundesrepublik Verbesserungen im Bildungsbereich anpacken und auch mehr Geld in das Bildungswesen stecken", sagte GEW-Vorsitzender Ulrich Thöne am Freitag mit Blick auf die im ersten Halbjahr 2007 deutlich gestiegenen Steuereinnahmen.
24.08.2007 Pressemeldung Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft"Geld für Bildung ist eine Zukunftsinvestition, die sich lohnt. Mit dem Hinweis auf die klammen öffentlichen Kassen, ist in den vergangenen Jahren im Bildungsbereich kräftig gespart worden. Die Folge: eine gefühlte und reale materielle Unterausstattung des Bildungswesens – mit fatalen Konsequenzen wie etwa die PISA-Ergebnisse, die zu niedrige Akademikerquote und der sich abzeichnende Facharbeitermangel belegen. Jetzt sind die Kinder, Schüler und Studierenden sowie die an Kitas, Schulen, Hochschulen und Weiterbildungseinrichtungen Lehrenden dran – auch wenn die im Moment sprudelnden Steuerquellen noch keinen Anlass geben, in Euphorie auszubrechen."
Thöne wies darauf hin, dass die Ansätze der Qualifizierungsoffensive im Wesentlichen zwar richtig seien, jedoch vielfach zu kurz greifen. "Wenn die Bundesregierung tatsächlich mehr Ausbildungsplätze für junge Menschen schaffen will, reicht ein ´Weiter so´ mit dem mit der Wirtschaft vereinbarten Ausbildungspakt nicht. Wir lügen uns in die Tasche: Trotz Ausbildungspakt sind in den vergangenen Jahren immer mehr junge Menschen auf der Strecke geblieben. Es ist widersinnig, Menschen in Deutschland nicht auszubilden und statt dessen Fachkräfte aus anderen Ländern anzuwerben", betonte der GEW-Vorsitzende. "Weiterbildungssparen ist kein ausreichendes Instrument, ´lebenslanges Lernen´ zum selbstverständlichen Bestandteil der Bildungsbiografie der Menschen zu machen. Wer mehr jungen Menschen den Zugang zur Hochschule ermöglichen will, darf nicht erst an der Uni-Pforte ansetzen: Kinder müssen von Beginn an individuell gefördert werden – statt sie in einem auf Auslese und Konkurrenz angelegten Schulsystem auszusieben. Wenn das vielgliedrige Schulsystem nicht grundlegend reformiert wird, ist die Halbierung der Schulabbrecherzahl nicht zu erreichen." Schritte in die richtige Richtung seien beispielsweise der erleichterte Studienzugang für Berufstätige und die Weiterbildungsinitiative insbesondere für Frauen und Menschen mit niedrigen Qualifikationen.
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