Berufsbildung

Im Blindflug ins Ungewisse

In einigen Bundesländern hat das neue Schuljahr schon begonnen, ohne dass wesentliche hygienische und gesundheitsschützende Maßnahmen in den beruflichen Schulen gegen das Coronavirus verbessert worden wären.

05.08.2021 Bundesweit Pressemeldung Bundesverband der Lehrkräfte für Berufsbildung e.V. (BvLB)
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„Die Politik verliert trotz der Erfahrung des letzten Jahres erneut kostbare Zeit und lässt die Sommerferien verstreichen, ohne zu handeln. Ja, es gibt ein Impfangebot für Jugendliche. Ja, es gibt einige Schulen, die mit mobilen Luftfiltern ausgestattet sind. Das ist ein Anfang, aber bei Weitem nicht genug. Wir brauchen eine einheitliche Strategie für sichere Schulen“, sagt Joachim Maiß, Vorsitzender des Bundesverbandes der Lehrkräfte für Berufsbildung (BvLB), und wirft einen ganzen Fragenkatalog auf:

Was passiert mit der Testpflicht, was mit der Maskenpflicht und wie verhält es sich, wenn Geimpfte und Ungeimpfte gemeinsam im Klassenraum zusammensitzen und jemand positiv getestet wird? Muss dann die ganze Klasse in Quarantäne und in der Folge wieder für die gesamte Klasse Distanzunterrichtangeboten werden? Fragen über Fragen, die sich Schulleitungen und Lehrkräfte stellen. „Wie soll angesichts der unklaren Lage verlässlicher Präsenzunterricht stattfinden“, fragt sich auch Maiß und kritisiert die widersprüchlichen politischen Aussagen und das Wegducken der Verantwortlichen: „Die Politik darf sich nicht aus der Verantwortung stehlen, indem sie jetzt Impfangebote offeriert und darüber hinaus alles andere Notwendige für eine sichere Schule aus dem Fokus streicht.“ 

Während in Thüringen die generelle Testpflicht bei niedrigen Inzidenzen für Schüler:innen in Frage gestellt wird, wollen andere Bundesländer längerfristig daran festhalten. Wobei der Bund mit Verweis auf das allgemeine Impfangebot an alle Bundesbürger:innen ab 12 Jahren bereits jetzt schon die Kostenübernahme für Tests im Oktober auslaufen lassen will. Und Baden-Württemberg will Schüler:innen den Schulbesuch verbieten, wenn sie nicht zwei negative Tests pro Woche vorweisen können oder genesen oder geimpft sind, ohne dass sie Anspruch auf Distanzunterricht haben. Derweil empfiehlt das RKI bei Coronafällen in Schulklassen eine Quarantäne für alle Mitschüler losgelöst davon, ob sie geimpft sind oder nicht. 

„So ein chaotisches Durcheinander, das sich wie ein roter Faden durch das Krisenmanagement der Coronakrise zieht, verunsichert nicht nur Lehrkräfte und Schüler:innen. Was wir brauchen, sind glasklare Leitlinien, die nachvollziehbar sind. Und zwar bundesweit einheitlich. Darüber hinaus braucht es längeren Vorlauf bei der Kommunikation zwischen Ministerien und Schulen und keine Ad-hoc-Aktionen, bei denen sonntagabends der Erlass einflattert, wie Montag Schule stattfinden soll“, sagt Maiß.


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