Jeder elfte Schüler besucht eine private berufliche Schule

An den beruflichen Schulen in Baden-Württemberg werden im laufenden Schuljahr 2006/07 rund 402 000 Schülerinnen und Schüler unterrichtet (ohne Schüler an Schulen für Berufe des Gesundheitswesens). Der größte Teil von Ihnen erhält nach Feststellung des Statistischen Landesamtes seine Ausbildung an öffentlichen Einrichtungen. Fast 37 000 Schülerinnen und Schüler besuchen jedoch eine private berufliche Schule, das sind rund 1 800 (5 Prozent) mehr als im Vorjahr. Da die Schülerzahl an den öffentlichen beruflichen Schulen im Schuljahr 2006/07 in deutlich geringerem Maße zunahm, steigt der Anteil der "Privatschüler" nunmehr auf über 9 Prozent an. Damit besucht etwa jeder elfte Schüler eine private berufliche Schule. Vor einem Jahrzehnt wurde lediglich jeder sechzehnte Schüler (6 Prozent) an einer Einrichtung in freier Trägerschaft unterrichtet.

23.02.2007 Baden-Württemberg Pressemeldung Statistisches Landesamt Baden-Württemberg

Ein Anstieg der Schülerzahl ist an fast allen privaten beruflichen Schularten festzustellen. Den höchsten Zuwachs hatten im laufenden Schuljahr die beruflichen Gymnasien zu verzeichnen. Deren Schülerzahl stieg um rund 20 Prozent auf nun über 1 500 Schüler an. Diese Zunahme ist hauptsächlich auf die Einrichtung von neuen privaten beruflichen Gymnasien zurückzuführen. Landesweit waren dies fünf im Schuljahr 2006/07 und weitere sechs im vorherigen Schuljahr. Auch die privaten Berufskollegs konnten erneut einen Zuwachs von fast 900 Schülern verbuchen. Gegenwärtig besuchen knapp 13 900 Schülerinnen und Schüler diese nichtstaatlichen Einrichtungen. Der Grund für die Zunahme ist hier vor allem im Ausbau des Angebots der kaufmännischen Berufskollegs I und II sowie der gewerblichen Berufskollegs für Technische Kommunikation zu sehen. Die privaten Berufsschulen konnten ebenfalls einen Anstieg registrieren. Hier wurden mit insgesamt nahezu 4 600 Schülerinnen und Schülern 260 (knapp 7 Prozent) mehr als im Vorjahr gezählt. Lediglich an den Berufsfachschulen für Altenpflege im Bereich des Sozialministeriums sank die Schülerzahl um zwei Prozent auf nunmehr rund 4 300 Schüler.

Die Entwicklung der Schülerzahlen an privaten beruflichen Schulen hängt möglicherweise damit zusammen, dass die Träger privater beruflicher Schulen rasch auf Veränderungen des "Bildungsmarktes" reagieren. Unter diesem Aspekt ist wohl auch die Gründung der ersten privaten Wirtschaftsoberschule in Freiburg zu sehen, ein Novum in der baden-württembergischen Schullandschaft.


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