"Jedes Kind ist wichtig – keines darf zurück bleiben"

"Leistungsgleiche Gruppen, die im Gleichschritt lernen gehören zur Paukschule von gestern. Wir wollen Lehrkräfte dazu ermuntern, produktiv mit der Vielfalt in ihren Klassen umzugehen und der Individualität der Schüler Rechnung zu tragen", sagte Rainer Kopp vom Forum Eltern und Schule (FESCH) anlässlich der Vorstellung von neuen Fortbildungskonzepten für Schulen.

22.09.2006 Pressemeldung Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft

Den Startschuss zur Verbreitung dieser Konzepte gaben heute FESCH, der Hauptvorstand der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Kooperation mit dem Institut für Schulentwicklung der Universität Dortmund und dem Schulverwaltungsamt der Stadt Dortmund.

Die Bausteine zur Qualifizierung von Lehrkräften sind im Rahmen des EU-Projekts EU-MAIL gemeinsam von zahlreichen deutschen und internationalen Partnern entwickelt worden und sollen nunmehr eine möglichst große Verbreitung finden. Im Rahmen von EU-MAIL (übersetzt: "European Mixed-Abilitiy and Individualised Learning"/"Individualisierendes Lernen in heterogenen Gruppen") haben KollegInnen aus Deutschland, England, Finnland, Norwegen und Schweden untersucht, wie mit der Vielfalt an Schulen in den verschiedenen Ländern umgegangen wird. Als Ergebnis dieser Zusammenarbeit liegen neben den Fortbildungsbausteinen Filme über die schulische Arbeit in den verschiedenen Ländern vor.

"Ein prinzipieller Wandel – weg von der Auslesementalität hin zu mehr individueller Förderung – bedarf neben der Unterstützung durch Politik und Verwaltung vor allem auch der Unterstützung durch die Fortbildung von Lehrkräften", betonte Heidemarie Schä-fers von der Bezirksregierung Düsseldorf, die auch zu den Projektpartnern zählt. "Dazu wollen wir einen Beitrag leisten. Die individuelle Förderung hat viele Dimensionen, deswegen haben wir mehrere Bausteine entwickelt zu Themen wie "Individualisierung des Lernens", "Vertrauenskultur an Schulen" oder auch zur "Individualisierten Schülerselbsteinschätzung", ergänzte Schäfers. Weitere Bausteine seien in Arbeit.

Unterstützt wird das Projekt außerdem von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, vertreten durch Marianne Demmer, stellvertretende Vorsitzende der GEW. "Der Abbau der Benachteiligung von Kindern aus Migrationsfamilien und aus bildungsfernen Schichten bleibt europaweit eine zentrale Herausforderung. Das Motto skandinavischer Schulen – "Jedes Kind ist wichtig – keines bleibt zurück" ist in Deutschlands Schulsystem jedoch noch nicht allgemein akzeptiert", so die Schulexpertin der GEW.

"Viele Lehrkräfte fühlten sich außerdem nicht ausreichend qualifiziert sind, um individuelle Lernprozesse in heterogenen Lerngruppe zu fördern und professionell zu begleiten", ergänzte sie. "Der professionelle Umgang mit Verschiedenheit hat allergrößte Bedeutung für das deutsche Schulwesen. Nicht nur für den Erfolg der einzelnen Schüler, sondern für die Qualität und die Chancengleichheit insge-samt", sagte die Schulexpertin der GEW. Auch die Lehrkräfte würden dabei gewinnen. "Unserer Erfahrung nach werden Lehrer, die produktiv mit Verschiedenheit umgehen, zufriedener in ihrem Beruf", so Demmer.

Die Materialien und weitere Informationen können auf der Homepage des EU-MAIL-Projektes abgerufen werden: www.eu-mail.info.

EU-Mail wird unterstützt durch die Europäische Kommission im Rahmen der Comenius Aktion des Sokrates Programms.

Veranstalter und Kooperationspartner der Pressekonferenz

EU-MAIL Projekt
c/o FESCH – Forum Eltern und Schule
Rainer Kopp
EU-MAIL-Koordinator
Tel. 0231 / 148011
www.eu-mail.info
www.forum-eltern-und-schule.de

Institut für Schulentwicklungforschung
Universität Dortmund
Dr. Katrin Höhmann
Forschungsbereich Heterogenität
www.ifs.uni-dortmund.de

Schulverwaltungsamt der Stadt Dortmund
Renate Tölle
Leiterin
www.dortmund.de
www.schulverwaltungsamt.dortmund.de

Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft
Hauptvorstand / Organisationsbereich Schule
Marianne Demmer
Stellvertretende Vorsitzende der GEW
Tel. 069 / 789 73 – 322
www.gew.de
www.netzwerk-heterogenitaet.de

Bezirksregierung Düsseldorf
Heidemarie Schäfers
EU-MAIL-Koordinatorin
Tel. 0211 / 475 52 84
www.brd.nrw.de


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