Kultusministerin Hohlmeier kritisiert die Forderung von Bundesbildungsministerin Bulmahn nach Abschaffung der Hauptschulen scharf

Kultusministerin Monika Hohlmeier hat die Forderung von Bundesbildungsministerin Bulmahn nach Abschaffung der Hauptschulen scharf kritisiert. "Wieder einmal liegt Frau Bulmahn mit ihren bildungspolitischen Vorschlägen klar daneben. Offensichtlich will sie die Ergebnisse der PISA-Studie für eine Einheitsschul-Kampagne nützen. Bayern wird hier aber niemals mitspielen. Wir sind stolz auf die Leistungen unserer Hauptschulen und auf die Arbeit unserer Hauptschullehrkräfte", sagte die Ministerin.

08.12.2004 Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

Die bayerische Hauptschule sei eine Angebotsschule von hervorragender Qualität. "Die bayerische Hauptschule bietet exzellente Bildungschancen und eine ausgezeichnete Vorbereitung auf das Berufsleben. Im M-Zug können besonders begabte Hauptschüler sogar den Mittleren Bildungsabschluss erwerben und bis zur Hochschulreife durchstarten. Damit haben wir eine wesentliche Voraussetzung zur Stärkung der Durchlässigkeit des Schulsystems geschaffen", betonte Hohlmeier. Auch leistungsschwächere Schüler würden in der Hauptschule gefördert. "Mit den Praxisklassen machen wir ein besonderes Förderangebot und eröffnen Schülern, die den Anschluss zunächst verloren haben, neue Perspektiven - mit hervorragendem Erfolg", sagte Hohlmeier. Mehr als die Hälfte der P-Klassen-Schüler erhalten einen Ausbildungsplatz oder gelangen in ein Beschäftigungsverhältnis, ein Ergebnis, mit dem aufgrund der Schulnoten der Jugendlichen zunächst nicht gerechnet werden konnte.

Vorschläge wie der von Frau Bulmahn gingen vor diesem Hintergrund völlig an der Schulwirklichkeit vorbei. "Die Bundesbildungsministerin will eine Schule abschaffen, die in Bayern fast 40% der bayerischen Schülerinnen und Schüler hervorragende Perspektiven für ihren weiteren schulischen und beruflichen Weg verschafft. Eine solche Maßnahme geht nicht nur an der bildungspolitischen Realität vorbei. Sie steht auch im diametralen Gegensatz zu den Wünschen der Eltern und Schüler, die wissen, was sie an der bayerischen Hauptschule haben", sagte Hohlmeier.

Die Ministerin dankte ausdrücklich dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag sowie dem Deutschen Lehrerverband für ihr klares Bekenntnis zu den Hauptschulen. "Aus vielen Gesprächen weiß ich, dass die bayerische Hauptschule gerade bei Wirtschaftsvertretern eine hohe Anerkennung genießt. Wir werden alles dafür tun, um die Hauptschule auch in Zukunft zu stärken und insbesondere die Unterrichtsqualität und die Förderangebote auszubauen. Das ist die einzige richtige Antwort auf PISA - nicht ein Rückfall in alte ideologische Debatten, wie sie die Bundesbildungsministerin gerne führen würde", sagte Hohlmeier.


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