Ausbildungspakt

Neuer Ausbildungspakt: Gewerkschaften im Interesse der jungen Menschen unter klaren Voraussetzungen dabei

Zum Stand der Verhandlungen über einen Neuen Ausbildungspakt erklärte Ingrid Sehrbrock, stellvertretende DGB-Vorsitzende, am Montag in Berlin:

25.10.2010 Pressemeldung Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB)

"Der DGB-Bundesvorstand hat beschlossen, sich unter den Bedingungen der jetzt mit der Bundesregierung ausgehandelten Pakt-Vereinbarung an dem Neuen Pakt für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs zu beteiligen. Oberstes Ziel für den DGB ist es dabei, dass alle Jugendlichen eine Chance auf einen regulären Ausbildungsplatz bekommen.

Wir werden die unsoziale und falsche Politik der Bundesregierung immer dort kritisieren, wo es notwendig ist, etwa beim Sparpaket, der Rente mit 67 oder der Kopfpauschale. Wir können uns aber eine Mitarbeit im Neuen Ausbildungspakt vorstellen, weil wir bei allen Schwierigkeiten durch harte Verhandlungen etwas Gutes für die jungen Menschen erreicht haben.

Wir werden die Sicht auf den Ausbildungsmarkt erweitern. Auch Jugendliche in Warteschleifen und Maßnahmen werden in den Blick genommen. Deshalb weist die künftige Pakt-Bilanz auch die Altbewerber und die Jugendlichen im so genannten Übergangssystem aus. Auch Jugendliche, die sich auf eine Ausbildungsstelle beworben haben, von der Bundesagentur für Arbeit als "ausbildungsreif" eingestuft wurden und dennoch in einer Maßnahme landen, werden besonders in den Blick genommen.

Wir konnten in den Paktverhandlungen die Einsetzung einer Arbeitsgruppe "Weiterentwicklung des Jugendarbeitsschutzes für alle Ausbildungsverhältnisse" erreichen. Moderne und qualifizierte Berufausbildung setzt gute Rahmenbedingungen für den Einstieg ins Berufsleben und das Absolvieren einer Ausbildung für alle Auszubildenden voraus. Die Gewerkschaften gehen davon aus, dass die Bundesregierung in dieser Zeit keine Abstriche beim Jugendarbeitsschutz vornimmt.

Angesichts von 1,5 Millionen Menschen im Alter von 20 bis 29 Jahren die keine abgeschlossene Ausbildung haben, ist es nicht vertretbar, wenn die Spitzenverbände der Wirtschaft ihre Zusagen bei der Einwerbung von Ausbildungsplätzen und Ausbildungsbetrieben absenken. Wir erwarten von der Wirtschaft, dass es verbindlich bei der Zusage bleibt, 60.000 neue Ausbildungsplätze, 30.000 neue Ausbildungsbetriebe und 40.000 Einstiegsqualifizierungen einzuwerben. Dies ist auch wegen der hohen Zahl der Altbewerber, die in den vergangenen Jahren keinen Ausbildungsplatz bekommen haben, notwendig.

Wichtig für die Gewerkschaften ist, dass sich der Pakt nicht - wie ursprünglich beabsichtigt - positiv zu zweijährigen Ausbildungsberufen bekennt. In diesen Schmalspur-Ausbildungen wird den jungen Menschen nicht das nötige Rüstzeug gegeben, um sich auf dem Arbeitsmarkt zu behaupten.

Die neue Richtung des Paktes wird sich auch im Namen widerspiegeln: Der Pakt heißt jetzt NEUER Pakt für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs in Deutschland 2010-2014.

Wir gehen davon aus, dass sich die Spitzenverbände der Wirtschaft dieser – auch für die Gewerkschaften sehr schwierigen – Einigung nicht verweigern."


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