Regionale Bildungsforen für mehr Transparenz und Dialog im hessischen Schulwesen

Fundierte Informationen über die Neuerungen im hessischen Bildungswesen vermitteln und in einen offenen Dialog mit den rund 2.000 Schulleiterinnen und Schulleitern treten sind die zentralen Ziele von 15 regionalen Bildungsforen, die das Hessische Kultusministerium, das Institut für Qualitätsentwicklung (IQ), das Amt für Lehrerbildung (AfL) und die Staatlichen Schulämter von März bis Juni veranstalten.

08.03.2005 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen

"Wir haben mit einer umfassenden Organisationsreform den Weg für eine neue Qualitätsoffensive an Hessens Schulen geebnet", sagte Kultusministerin Karin Wolff heute anlässlich der Auftaktveranstaltung in Hofheim. Mit dem neuen Institutionen IQ und AfL sei der Organisationsrahmen für eine höhere Professionalisierung in der Lehrerbildung und für die Qualitätsmessung im Bildungswesen gesteckt. "Jetzt geht es um die Frage, wie wir die Qualitätsverbesserung an Hessens Schulen gemeinsam erreichen können." Es sei wichtig, die Vertreter aller Institutionen an einen Tisch zu bringen, um über die konkrete Umsetzung zu sprechen. "Wir machen den Schulen klare Vorgaben. Gleichzeitig vergrößern wir aber auch die Handlungsspielräume, wie diese Ziele erreicht werden können", betonte die Ministerin. Eine wesentliche Rolle käme daher auch den Erfahrungswerten der Schulleiterinnen und Schulleiter zu.

Die vier zentralen Themenbereiche der Bildungsforen - Selbstverantwortung der Schulen, verbindliche Qualitätsstandards, Personalentwicklung sowie Fortbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen - werden von den Teilnehmern in Workshops erörtert.

Eigenverantwortung als wesentlicher Beitrag zur Qualitätsentwicklung der Schulen steht im Mittelpunkt des ersten Workshops. Um ihrem Bildungs- und Erziehungsauftrag besser gerecht werden zu können, sollen Schulen größere Selbstständigkeit bei organisatorischen, personellen und finanziellen Fragen erhalten. "Entscheidungen sollen nach Möglichkeit dort getroffen werden, wo sie sich auswirken", erklärte Wolff. Die Schulen müssten mehr als bisher ihr eigenes - auch an der Region orientiertes - Profil entwickeln können. Dabei sei es wichtig, Möglichkeiten zu schaffen, die Zielvorgaben sowohl intern als auch extern - durch das IQ - zu evaluieren.

Verbindliche Qualitätsstandards - Thema des zweiten Workshops - sind fester Bestandteil eines umfassenden Systems der Qualitätssicherung. Eine stärkere Orientierung der Unterrichtsinhalte an einheitlichen Bildungsstandards lenkt den Blick gezielt auf die Lernergebnisse der Schülerinnen und Schüler und ermöglicht eine noch individuellere Förderung. Landesweite Orientierungs-, Vergleichs- und Abschlussarbeiten dienen als Instrumente zur objektiven Feststellung, inwieweit die einheitlichen Standards erreicht werden. "Basis für die Qualität des Unterrichts sind unsere Lehrerinnen und Lehrer und ihre Qualifikation", sagte die Ministerin. "Die klare Festlegung verbindlicher Standards für alle drei Phasen der Lehrerbildung - Studium, Referendariat und Fortbildung - durch das neu gegründete AfL trägt entscheidend dazu bei, die Qualität des hessischen Schulsystems weiter konsequent zu stärken."

Eine besondere Rolle hierbei spiele auch die neu etablierte Führungskräfte-Entwicklung, mit der Lehrerinnen und Lehrer auf die Übernahme von Leitungsaufgaben in Schule und Verwaltung vorbereitet werden sollen - Themenschwerpunkt des dritten Workshops. "Der Prozess zu mehr Eigenverantwortung in der Schule verändert auch den Tätigkeitsbereich der Schulleiterinnen und Schulleiter", hob die Ministerin hervor. Es ginge in Zukunft weniger darum, Schule zu verwalten, sondern vielmehr, sie gestalterisch zu leiten. Ziel sei, Schule und Unterricht flexibler zu gestalten, um die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler vor Ort noch stärker zu berücksichtigen.

Die kontinuierliche Weiterentwicklung der fachlichen Kompetenzen und der beruflichen Qualifikation von Lehrerinnen und Lehrern bildet den Schwerpunkt des vierten Workshops. Auch in der Weiterbildung sollen Schulen größeren Gestaltungsspielraum erhalten, um ihren Fortbildungsbedarf zu ermitteln und ein eigenes Fortbildungskonzept zu entwerfen. Die Aufgabe der Staatlichen Schulämter, des AfL und des IQ als zentrale Träger von Weiterbildungsangeboten ist dabei, die individuellen Anforderungen zu bündeln, aufeinander abzustimmen, an einheitlichen Kriterien zu orientieren und auf regionaler sowie landesweiter Ebene Fortbildungsmaßnahmen zu organisieren.

"Unsere Organisationsreform bezieht sich auf alle Bereiche des Bildungswesens und setzt den äußeren Rahmen für eine umfassende Qualitätsverbesserung", erläuterte Wolff. Nur wenn alle Beteiligten strategische Ziele akzeptierten und diese gemeinsam verantworteten, könnte das Reformkonzept die gewünschte positive Wirkung zeigen.


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden