Senatsempfang im Rathaus: Hamburg begrüßt 458 neue Nachwuchslehrkräfte
Wie in den Vorjahren konnten wieder alle Referendariatsplätze besetzt werden – Insgesamt nun 1.305 Referendarinnen und Referendare am LI.
01.02.2024 Hamburg Pressemeldung Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung (BSFB)458 neue Referendarinnen und Referendare sind am 1. Februar mit der nach dem Studium zweiten Phase der Lehrerausbildung gestartet – darunter neun Lehrkräfte mit ausländischen Lehramtsabschlüssen. Als Willkommensgeste hat Schulsenatorin Ksenija Bekeris alle neuen Nachwuchslehrkräfte zu einem feierlichen Akt ins Hamburger Rathaus eingeladen. Entsprechend voll war am Donnerstagmorgen der große Festsaal, in dem die jungen Lehrerinnen und Lehrer im Vorbereitungsdienst – abgekürzt LiVs – mit Musik, Ansprache der Senatorin und anschließender Vereidigung empfangen wurden. „Liebe neue Kolleginnen und Kollegen, Sie tragen eine große Verantwortung. Ihr Beruf ist wichtig, Sie sind wichtig! Deshalb sind Sie heute hier – im großen Festsaal des Rathauses!“, begrüßte Senatorin Bekeris die Anwesenden, die sichtlich begeistert über den ehrenvollen Empfang waren.
Während bundesweit der Lehrkräftemangel zum Teil dramatisch zunimmt, gibt es in Hamburg selbst nach einer Erhöhung der Ausbildungsplätze um mehr als 40 Prozent immer noch deutlich mehr Bewerbungen als Ausbildungsplätze. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Anzahl der Bewerbungen leicht gestiegen (Februar 2024: 714; August 2023: 680). Die Einstellungsquote liegt aktuell bei 64 Prozent. Gleichzeitig nimmt die Konkurrenz um Lehramtsstudierende, Lehramts-Referendarinnen und -Referendare sowie Lehrkräfte unter den Bundesländern stark zu, alle Bundesländer ergreifen deutlich spürbare Maßnahmen, um bundesweit um Lehrkräfte zu werben.
Die neuen Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst werden nun 18 Monate lang im Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung (LI) und in den Schulen ausgebildet. Schulsenatorin Ksenija Bekeris: „Angesichts des Lehrkräftemangels in vielen Bundesländern freue ich mich sehr, dass es uns wieder gelungen ist, diese hohe Zahl von Ausbildungsplätzen zu besetzen – mit insgesamt 458 neuen Referendaren wurden diesmal sogar so viele Referendare eingestellt wie nie zuvor. Das zeigt, dass unsere Stadt und unsere Schulen bundesweit große Anerkennung genießen.“
Insgesamt benötigt Hamburg auf Basis von Berechnungen der Schulbehörde in den nächsten Jahren pro Jahr rund 900 neue Lehrkräfte. Dafür hatten Schul- und Wissenschaftsbehörde einen umfangreichen Maßnahmenkatalog aufgesetzt, darunter auch der deutliche Ausbau der Referendariatsplätze. Diese Maßnahme wird nun nachhaltig erfolgreich umgesetzt.
Bis 2019 lag die Ausbildungskapazität in der zweiten Phase der Lehrerausbildung bei jährlich rund 570 Lehrkräften im Vorbereitungsdienst. Danach wurde die Zahl in vier Halbjahresschritten auf zurzeit 810 Plätze je Ausbildungsjahrgang angehoben.
Senatorin Bekeris: „In vielen anderen Bundesländern herrscht seit Jahren dramatischer Lehrermangel. In Hamburg haben wir bisher Glück gehabt, weil die Stadt attraktiv ist und weil viele junge Menschen das Hamburger Schulsystem als spannendes Berufsumfeld entdeckt haben. Aber die Situation wird nicht leichter. Deshalb haben wir die Zahl der Ausbildungsplätze in den letzten Jahren deutlich erhöht. Zugleich ist es schön, dass Hamburg so viele junge Nachwuchslehrkräfte anzieht. Das stärkt unser Bildungssystem und gibt zugleich Rückenwind für Hamburgs Schulen.“
Die Bewerbungen verteilen sich sehr unterschiedlich auf die einzelnen Lehrämter. Am begehrtesten waren wie schon in den Vorjahren die Plätze für den Vorbereitungsdienst zum Lehramt an Gymnasien, hier gibt es doppelt so viele Bewerbungen wie Plätze. Den insgesamt 161 Plätzen standen 297 Bewerberinnen und Bewerber gegenüber, die Einstellungsquote liegt bei 54,2 Prozent. Für die 98 Plätze für das Lehramt der Primar- und Sekundarstufe 1 gab es 136 Bewerbungen (Einstellungsquote 72,1 Prozent), für die 50 Plätze für Berufsschullehrkräfte gab es 68 Bewerbungen (Einstellungsquote 73,5 Prozent) und für die 64 Plätze für Sonderschullehrkräfte 102 Bewerbungen (Einstellungsquote 62,7 Prozent). Für die 76 Plätze des neuen, erst zum achten Mal ausgeschriebenen Lehramts an Grundschulen liegt die Einstellungsquote bei 68,4 Prozent (111 Bewerbungen).
Der Anteil an Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger ist im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken. Während in anderen Bundesländern mangels Bewerbungen inzwischen zum Teil mehr als ein Drittel der Plätze mit Quereinsteigern besetzt werden, waren es in Hamburg lediglich 8,6 Prozent aller Plätze (August 2023: 10 Prozent). Als Quereinsteiger sind in Hamburg nur Bewerberinnen und Bewerber zugelassen, die wie alle regulären Bewerber auch ein komplettes Masterstudium mit zwei Unterrichtsfächern vorweisen können, aber in ihrem Studium nicht das Fach Pädagogik studiert haben. Dieser Mangel wird in der zweiten Phase der Lehrerausbildung durch intensive Begleitung behoben. Quereinsteiger werden in Hamburg nur eingestellt, wenn für bestimmte Schulformen und Unterrichtsfächer zu wenig reguläre Bewerbungen vorliegen.
Das Durchschnittsalter der Nachwuchslehrkräfte liegt bei 29,8 Jahren. Die älteste Person ist 54 Jahre alt, die jüngste 23. Mehr als zwei Drittel (70,5 Prozent) aller neu eingestellten Nachwuchslehrkräfte sind weiblich. Die meisten Nachwuchslehrerinnen findet man an Hamburgs Grundschulen, nämlich 89 Prozent. Die meisten männlichen Nachwuchslehrkräfte arbeiten an den Gymnasien (40 Prozent), gefolgt von den Berufsschulen mit 38,5 Prozent. An dritter Stelle liegt bei den Männern das Lehramt der Primar- und Unterstufe mit 28,5 Prozent. Insgesamt ist der Anteil an männlichen Lehrkräften über alle Schulformen hinweg leicht gestiegen: Heute liegt deren Anteil bei 29,5 Prozent, im August 2023 waren es noch 28,1 Prozent.
Die Universitätsabschlüsse der neu Eingestellten haben sich geringfügig verbessert. Der Notendurchschnitt aus dem Studium liegt aktuell bei 1,70 (August 2023: 1,73). Am besten sind die Abschlusszensuren der neuen Referendare an den Sonderschulen mit Note 1,58, gefolgt von den Gymnasial-Referendaren mit Note 1,63. Wie bereits in den letzten Jahren werden auch diesmal wieder Lehrkräfte in den Vorbereitungsdienst aufgenommen, die im Ausland eine in Deutschland nicht anerkannte Lehramtsqualifikation abgeschlossen haben. Neun neue Lehrkräfte haben die Möglichkeit, durch den Hamburger Vorbereitungsdienst ohne ein erneutes Studium eine Zulassung für ein Lehramt in Deutschland zu bekommen.
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