Berufsbildungsbericht

Zahl der Aubildungsbewerber drastisch verringert

Zum Rückgang der Zahl der Ausbildungsbetriebe laut Entwurf des Berufsbildungsberichtes 2012 erklärt DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann:

07.03.2012 Pressemeldung DIHK - Deutscher Industrie- und Handelskammertag

"Der Rückgang bei den Ausbildungsbetrieben zeigt vor allem eines: Immer mehr Betriebe gehen bei der Suche nach Auszubildenden leer aus. Demografie und Fachkräftemangel treffen die Unternehmen mit voller Wucht. Es ist daher unlauter, diesen Betrieben zu unterstellen, sie wollten nicht ausbilden – das Gegenteil ist der Fall! Denn seit 2007 hat sich die Zahl der Ausbildungsplatzbewerber um 30 Prozent verringert - im Osten sogar mehr als halbiert. Deshalb gab es 2011 bereits zum vierten Mal in Folge mehr unbesetzte Ausbildungsstellen als unvermittelte Bewerber. Dadurch konnten insgesamt 75.000 Ausbildungsplätze nicht besetzt werden. Und findet dann ein Betrieb, der eine Stelle anbietet, über mehrere Jahre hinweg keinen Azubi, dann fällt er als Ausbildungsbetrieb aus. Das wissen auch die Gewerkschaften.

Die Industrie- und Handelskammern laden im übrigen jedes Jahr im Herbst noch unvermittelte Jugendliche ein, um ihnen Ausbildungsangebote zu machen. Leider kommt nicht einmal die Hälfte der Eingeladenen. Jeder, der erscheint, erhält im Schnitt rund 6 betriebliche Ausbildungsangebote. Manchmal ist es noch viel drastischer: In Heilbronn standen den 7 zur Nachvermittlung erschienenen Jugendlichen noch 266 Ausbildungsplätze und 311 Einstiegsqualifizierungen zur Auswahl.

Im Übrigen: Trotz des Bewerberrückgangs ist für die Betriebe die eigene Ausbildung der Schlüssel zur Fachkräftesicherung: Rund 50 Prozent der Unternehmen, die überhaupt die formalen Voraussetzungen für eine Ausbildung erfüllen, bilden aus. Im Laufe von fünf Jahren bilden sogar 75 Prozent dieser Unternehmen regelmäßig aus. Denn gerade kleinere Unternehmen haben nicht die Möglichkeit, jedes Jahr einen Auszubildenden einzustellen oder sie finden nicht immer einen passenden Bewerber.

Die Gewerkschaften sollten sich bei ihrer Kritik an ihre eigenen Forderungen zur Ausbildungsqualität erinnern. Um eine qualitativ hochwertige Ausbildung zu sichern, legen die Industrie- und Handelskammern hohe Maßstäbe an die Qualität der Ausbildungsbetriebe. Wer die formalen Voraussetzungen nicht erfüllt, erhält auch keine Ausbildungsberechtigung. Kleinstbetriebe können diese Anforderungen selbst bei bestem Willen oft nicht erfüllen. Aber schon Betriebe mit mehr als 10 Beschäftigten beteiligen sich zu mehr als der Hälfte an der Ausbildung, bei mehr als 500 Beschäftigten ist die Quote nahezu bei 100 Prozent.

Die Industrie- und Handelskammern unterstützen die Betriebe in dieser schwierigen Situation instensiv dabei, geeignete Bewerber zu finden. Seit Ende Februar 2012 bringt die gemeinsame Lehrstellenbörse der Industrie- und Handelskammern (www.ihk-lehrstellenboerse.de/) Jugendliche und Betriebe noch besser zusammenbringen. Betriebe, die dort ihre freien Plätze einstellen, dehnen ihren Suchradius damit auf ganz Deutschland aus."


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