Zöllner: OECD-Lehrerstudie bestätigt die Richtigkeit der rheinland-pfälzischen Reform der Lehrerbildung

Als eine deutliche Bestätigung der rheinland-pfälzischen Reform der Lehrerbildung interpretiert Professor Dr. E. Jürgen Zöllner, Minister für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur, die Lehrerstudie der OECD.

23.09.2004 Rheinland-Pfalz Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur, Rheinland-Pfalz (bis 11/06)

"Wir setzen genau das um, was die Experten der OECD ganz allgemein für die Ausbildung künftiger Lehrerinnen und Lehrer empfehlen", sagte Zöllner heute in Mainz.

In ihrer Studie "Anwerbung, berufliche Entwicklung und Verbleib von qualifizierten Lehrerinnen und Lehrern" raten die Experten zu einer angemessenen Neustrukturierung mit einer stärkeren Verzahnung von Studienanteilen und Praxisanteilen. Sie betrachten die Umsetzung des Bologna-Prozesses und damit der Bachelor-/Master-Strukturen als hilfreich.

"In Rheinland-Pfalz bringen wir genau dieses auf den Weg", sagte Zöllner. "Mit unserem Dualen Studien- und Ausbildungskonzept bereiten wir Lehrerinnen und Lehrer praxisnah auf die Anforderungen der Schule vor, erhöhen ihre pädagogische Kompetenz und verkürzen ihre Ausbildung", erklärte der Minister. Kein anderes Land in Deutschland modernisiere die Lehrerbildung so konsequent und umfassend wie Rheinland-Pfalz. "Und das nicht erst, seit die PISA-Studie vor drei Jahren uns Deutschen Defizite in der Bildungspolitik bescheinigt hat", sagte Zöllner. Vielmehr habe diese Landesregierung eine Reform schon vorher initiiert und zum Gegenstand der Koalitionsvereinbarung für die laufende Legislaturperiode gemacht.

Eine der zentralen Zielsetzungen der Reform sei es, das künftige Bachelor-/Master-Lehramtsstudium deutlich praxisnäher zu gestalten. Um dies zu gewährleisten, lege Rheinland-Pfalz als bundesweit erstes Land so genannte Curriculare Standards vor. Diese Leitlinien beschrieben, welche pädagogischen Qualifikationen angehenden Lehrerinnen und Lehrern im Studium der einzelnen Fächer vermittelt werden müssen.

Für einen höheren Praxisbezug sei es nicht minder wichtig, dass die erste und zweite Ausbildungsphase, also Studium und Vorbereitungsdienst, stärker verzahnt würden. "Bereits mit Beginn des Studiums werden theoretische und schulpraktische Studien miteinander verbunden", erläuterte der Minister.

Dabei komme den neu geschaffenen Zentren für Lehrerbildung an den Universitäten eine wichtige Rolle sowohl inhaltlicher als auch organisatorischer Art zu. In diesen Zentren würden Vertreter der Hochschulen und der Schulpraxis zusammenarbeiten.

Dass mit der neu geschaffenen Organisationsstruktur auch noch die Dauer der gesamten Ausbildung verkürzt werde, sei höchst bedeutsam. "Schließlich ist das auch eine Forderung, die in internationalen Studien immer wieder erhoben wird", so Zöllner.

Ab dem Wintersemester 2005/2006 könnten Universitäten das Duale Studien- und Ausbildungskonzept mit allen Aspekten einführen. Verbindlich eingeführt werden solle es zum Wintersemester 2008/2009.

Zöllner unterstrich noch einmal, dass der stärkere Praxisbezug nicht zu Lasten der fachlichen Qualifikation gehe. "Wir behalten den bisherigen Umfang der fachwissenschaftlichen Studien bei, fügen aber zusätzliche Studien der Fachdidaktiken und Bildungswissenschaften hinzu. Alles in allem trägt dies erheblich zur Verbesserung der Qualität von Schule und Unterricht bei", sagte der Minister.

Die Umsetzung dieses ehrgeizigen Reformprojekts sei auf einem guten Weg - und vor allem voll im Zeitplan. "Wenn nun einige klug daher reden, dass alles schneller gehen müsse, zweifle ich an ihrer Urteilsfähigkeit. Wir setzen unser Duales Konzept mit der notwendigen Gründlichkeit und in der machbaren Schnelligkeit um", sagte der Minister.

Er wies darauf hin, dass in Rheinland-Pfalz inzwischen mehr als 300 Personen unmittelbar an der Umsetzung der Lehrerreform beteiligt sind. "Sie alle engagieren sich in hohem Maße und haben es nicht verdient, dass man ihnen vorwirft, sie würden zu langsam arbeiten", stellte Zöllner klar.

Tabelle zur OECD-Studie:

www.mwwfk.rlp.de/downloads/TabelleOECD-Studie.doc


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden